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Neuss
Eine vergnügliche "Schubertiade"

Neuss. Das Nordstadtkonzert im Curie-Gymnasium war Franz Schubert gewidmet. Von Hansgeorg Marzinkowski

Seit etwas mehr als einem Jahr hatte es kein Nordstadtkonzert gegeben, dennoch konnte die 2010 in Zusammenarbeit von Marie-Curie-Gymnasium (MCG) und Neusser Kammerorchester (NKO) unter seinem Leiter Joachim Neugart begründete Reihe nun das fünfjährige Bestehen feiern. Schulleiterin Emmy Tressel war sehr glücklich und dankbar, "dass das NKO immer wieder bereit ist, in unsere Schule zu kommen".

Vor allem die Klassen 5b und 6c hatten zum Thema "Schubertiade" ein Programm erarbeitet, das an Musizier- und Spiellust kaum zu überbieten war. Für das "Drehbuch" zeichneten Joachim Neugart und MCG-Musiklehrerin Sarah Bürger verantwortlich, die ihr letztes Nordstadtkonzert betreute, weil sie an eine Schule in ihrem Wohnort Köln wechselt. Sie hatte mit 23 Kindern der 6c Schuberts Lied "Die Forelle" perfekt einstudiert und führte mit größeren Schülern einen vierstimmigen Satz des Liedes "Der Lindenbaum" auf. Schon hier gab es viel Beifall.

Natürlich war auch "Schubert" da, fast zum Verwechseln ähnlich von David Grothaus (6c) personifiziert, der am Flügel eine neue Melodie probierte. Aber er musste sich um die Aufführung seiner 5. Sinfonie B-Dur kümmern, die er 1816 als Neunzehnjähriger schrieb. In köstlichen Stegreifspielen gab er mit Klassenkameraden einen tiefen, zugleich oft humorigen Einblick in Schuberts Leben.

Zum Vorspiel meldete sich als erster Jan Gabarski (Trompete) mit vollem Ton, aber Schubert brauchte ihn für seine 5. Sinfonie nicht, da er keine Pauken, Trompeten und Klarinetten einsetzt. Willkommen waren eher Violine (Max Lang), Oboe (Charlotte Glaß) und Querflöte (Miriam Fiedler). Leichte Verwirrung beim schönen Vorspiel ("Wir können auch Schubert!") von Charlotte Neukirchen und Carlotta Berlett (Saxofon). Wie "Schubert" sagte: "Ich habe meine Sinfonie 1816 geschrieben, das Saxofon wurde erste 1846 erfunden!"

Nach dieser kurzweiligen und von den Schülern sicher inszenierten Einführung spielte dann das NKO unter Neugarts Leitung die vier Sätze dieser 5. Sinfonie von Franz Schubert. Die NKO-Streicher waren "klassisch" ergänzt durch Flöte, doppelte Oboe, Fagotte und Hörner. In der voll besetzten, auch dann immer noch akustisch attraktiven MCG-Aula spielte das erweiterte Kammerorchester höchst konzentriert und unterhaltend zugleich.

Wer nun geglaubt hatte, "Das war jetzt ein bisschen viel Schubert für das junge Publikum", den belehrte der große Applaus zum Ende des Abends eines Besseren.

Quelle: NGZ
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