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Neuss
Einzug in das neue "Memory-Zentrum"

Neuss: Einzug in das neue "Memory-Zentrum"
Im Zentrum ein Marktplatz: Zum Konzept des offenen Hauses gehören auch Innenhöfe und Dachgärten. FOTO: Woitschützke, Andreas (woi)
Neuss. Das Kompetenzzentrum für Demenzerkrankungen ist fertig. Mit einem Tag der offenen Tür stellt es sich vor. Von Christoph Kleinau

Achtung, Umfrage: Beim Nikolausmarkt auf der Furth sind am kommenden Wochenende Studenten mit Klemmbrett und Fragebogen unterwegs. Ihre Daten sollen am Ende in einer Quartiersanalyse münden. Die Kernfrage lautet: "Was benötigen die Further, um in der Nordstadt alt werden zu können?" Gestellt wird diese im Auftrag des "St. Augustinus Memory-Zentrums", das damit schon vor der offiziellen Eröffnung deutlich macht, dass es mehr sein will als ein weiteres Altenheim auf der Furth.

Die Verantwortlichen aller vier Fachbereiche der St.-Augustinus-Kliniken - Seniorenhilfe, Behindertenhilfe, Psychiatrie und somatische Krankenhäuser - haben sich eingebracht, um das Zentrum als Knotenpunkt für Demenzkranke und deren Angehörige aufzustellen. Als Wissenszentrum für Ärzte, Pflegekräfte und Wissenschaftler, aber auch als ein Ort der Forschung - nicht zuletzt im Sinne seiner neuen Nachbarn. Die Quartiersanalyse ist dabei ein Resultat, die Beratung des Further Johanna-Etienne-Krankenhauses auf seinem Weg zur Anerkennung als demenzfreundliche Klinik ein anderes.

Das "Memory-Zentrum" mit seinem offenen Konzept will aber auch ein Haus für die Nordstadt sein. "Ein Quartiershaus", wie Christa Bruns betont, die Geschäftsführern der St.-Augustinus-Behindertenhilfe. Die Cafeteria oder der mit Geldern der Rudi-Assauer-Stiftung hergerichtete Sportraum sollen - wenn der Betrieb der Tagesklinik beendet ist - auch für andere Zwecke zur Verfügung gestellt werden.

Auch die Kapelle Maria Königin, in der Altar und Ambo aus dem aufgegebenen Exerzitienhaus der Neusser Augustinerinnen in Bad Münstereifel weitere Verwendung finden, soll natürlich ein Gotteshaus für alle sein. Geweiht wird die Kapelle am Freitag, 11. Dezember, wenn das "Memory-Zentrum" mit einem Gottesdienst eröffnet wird. Die Neusser haben schon am Tag der offenen Tür am Samstag, 5. Dezember, Gelegenheit, sich in dem Gebäude umzusehen, dessen Erbauer glauben, dass es bundesweit Beachtung finden wird.

Zwei Jahre war an der Einrichtung gebaut worden, 20 Millionen Euro hat der katholische Träger dabei investiert. Sein Ziel: alle Angebote und Dienste für Demenzpatienten und deren Angehörige unter einem Dach zusammenführen. Das passierte gestern auf ganz praktische Art und Weise. Nachdem die Bewohner des gerontopsychiatrischen Pflegeheims St. Georg von der Nordkanalallee schon vergangene Woche in ihr neues Zuhause umgezogen waren, folgten gestern die zunächst an der Stresemannallee angesiedelte Demenz-Beratungsstelle und die Tagesklinik.

Pflegeheim ist das neue Zentrum, aber auch (psychiatrisches) Krankenhaus, Beratungsstelle sowie ein Ort der Wissenvermittlung. Aber auch ein Ort der Forschung. "Wir wollen so viel wie möglich untersuchen und unsere Ergebnisse breit streuen", sagt Dr. Andrea Kuckert-Wöstheinrich, die Projektleiterin des Zentrums. Das Ziel dabei deckt sich mit der Kernfrage der Umfrage auf dem Nikolausmarkt: "Was können wir zur Verfügung stellen", fasst Kuckert-Wöstheinrich zusammen, "damit Menschen möglichst lange zuhause gehalten werden können?"

Quelle: NGZ
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