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Neuss
Erinnerung an den Kreuzestod Christi

Neuss. Clemens-Sels-Museum hütet eine Kreuzigungsdarstellung aus der Sammlung seines Namensgebers.

Den morgigen Karfreitag begehen die Christen im Gedenken an den Tod von Jesus Christus. Die Darstellung seiner Kreuzigung Christi gehört seit jeher zu den häufigsten Darstellungen in der abendländischen Kunst. Auch das Clemens-Sels-Museum hat solche frommen Bilder in seinem Bestand und stellt ein Gemälde aus der Privatsammlung von Clemens Sels vor, dem Namensgeber des Hauses.

Das Bild gehört seit 1912 zum Bestand des Neusser Museums. Es hing ursprünglich in der Kirche St. Urbanus in Gangelt-Birgden im Kreis Heinsberg und stammt aus der Hand des flämischen Malers Jan van Hemessen (1500-1556). Dieser wurde als Jan Sanders in Hemiksem bei Antwerpen geboren und starb in Haarlem. Beeinflusst durch die Werke Jan Breughels des Älteren und Quintin Massys, widmete sich van Hemessen fast ausschließlich biblischen Darstellungen.

Im Zentrum des um 1537 auf Eichenholz gemalten Ölgemäldes ist der gekreuzigte Christus vor bewegtem Himmel zu sehen. Über ihm schweben Cherubim. Neben dem Kreuz stehen Maria und Johannes. Jesu Mutter trägt einen weißen Schleier, der sie als verheiratete Frau kennzeichnet, und ein blaues Kleid, das eine alte christliche Farbsymbolik aufgreift: Blau gilt als die Farbe des Himmlischen und des Göttlichen, gleichzeitig steht sie für den Glauben und die Treue.

Jesu Lieblingsjünger Johannes hält ein Buch in der Hand - nach christlicher Tradition ist er der Verfasser des Johannesevangeliums, der Offenbarung (Apokalypse) und der Johannesbriefe. Auch die scharlachrote Farbe seines Gewandes hat symbolische Bedeutung: Die als "Kardinalspurpur" bezeichnete Farbe ist den höchsten Würdenträgern nach dem Papst vorbehalten.

Im Vordergrund ist ein Schädel zwischen den Steinen zu erkennen. Denn nach Darstellung des Evangelisten Markus (MK 15,22) fand die Kreuzigung an einem Ort namens Golgota statt - der Schädelhöhe.

Quelle: NGZ
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