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Neuss
Erstes Figurentheater für Shakespeare

Neuss: Erstes Figurentheater für Shakespeare
Am 27. Mai wird die Büste von William Shakespeare wieder die Besucher am Globe begrüßen. FOTO: Christoph Krey
Neuss. Ob Shakespeare-Festival im Mai/Juni im Globe oder Tanzveranstaltungen wie "Magic of the Dance" in der Stadthalle: Der Kalender in Neuss verspricht für das Jahr 2016 einige bemerkenswerte Termine. Von Helga Bittner

So viele Wochen vor Beginn des Shakespeare-Festivals mag Rainer Wiertz gar nicht gern über das Programm reden. Aber der Termin immerhin steht: Vom 27. Mai bis 26. Juni wird sich rund um das Globe und die Wetthalle alles um die Stücke des Elisabethaners drehen - auch im Jahre eins nach dem ersten Jubiläum, das das Festival im vergangenen Jahr zum 25-jährigen Bestehen feiern konnte. Rund ein Dutzend Produktionen werden auf dem Spielplan stehen. Und eine davon ist wieder eine Besonderheit.

Denn es gibt erneut eine Auftragsarbeit für die Festspiele. Aber "nur eine kleine", wie Wiertz ein wenig abwiegelt. Und anders als "Measure for Measure" von Dan Jemmett im vergangenen Jahr gilt die aktuelle Vergabe nicht einem Menschen-, sondern einem Figurentheater.

Marc Metzger ist auch als "Blötschkopp" bekannt. FOTO: Archivfoto

Es gab schon Truppen, die im Globe mit Figuren aufgetreten sind (etwa die Bremer Shakespeare Company mit "Pericles"), aber ein reines Figurentheater - das gab es noch nie. "Vermutlich wird die Vorstellung auch in der Wetthalle stattfinden", sagt Wiertz, der allerdings auch ausdrücklich betont, dass sie im normalen Programm läuft und sich an Zuschauer verschiedener Altersklassen richtet. Nur beim Stück selbst reagiert er zurückhaltend: "Was es ist wird, wird noch nicht verraten, aber natürlich stammt es von Shakespeare."

Als Kulturreferent ist Wiertz auch für die Zeughauskonzerte und die Internationalen Tanzwochen zuständig, hat die Programme für 2016/17 auch weitgehend abgeschlossen. Zumindest verspricht er für die Musikreihe schmunzelnd, dass sie nicht - wie in der derzeit noch laufenden Spielzeit - nur von männlichen Solisten bestimmt wird. "Obwohl", so sagt er, "mir es eigentlich gleichgültig ist, ob es sich um einen Mann oder um eine Frau handelt. Gut müssen die Musiker sein."

Bei Neuss Marketing hingegen hängt das Veranstaltungsprogramm vor allem in der Stadthalle ganz wesentlich mit den Marktmöglichkeiten zusammen. So ist die Show "Magic of the Dance" seit fünf Jahren ein Dauerbrenner in den bundesdeutschen Veranstaltungshallen. Die irischen Tänzer steppen über Tische und Bänke und werden mitten in der Karnevalszeit in der Stadthalle eine Ausnahmeerscheinung abgeben. Am 17. Januar öffnen sie gewissermaßen den Reigen diverser Großveranstaltungen, die Neuss Marketing schon jetzt für 2016 unter Vertrag hat.

Eher unbekannt in hiesigen Breiten ist hingegen Pawel Wolja, der im März ein Gastspiel in der Stadthalle gibt. In seiner russischen Heimat hingegen gehört er zu den Comedy-Stars, ist bekannt als Fernseh- und Radiomoderator, Schauspieler, Synchronsprecher, DJ, Popsänger und Mitwirkender bei der russischen Comedy-Show Comedy Club. Er kommt ebenso zum ersten Mal nach Neuss wie das Showballett "Todes", das Ende März mit Choreographie und ungewöhnlichen Kostümen überzeugen will.

Nach der Sommerpause geht es in der Stadthalle dann Schlag auf Schlag weiter. Jürgen B. Hausmann kommt mit seinem Programm "Wie jeht et? Et jeht!" am 10. September. Nur eine knappe Woche später, am 16. September, ist Marc Metzger in Neuss und zeigt, was 25 Jahre auf der (Karnevals-)Bühne aus ihm gemacht haben. Er verspricht unter dem Motto "Erstaunlich!" ein komödiantisches Jubiläumskonzert. Für Standup-Comedian Christ Tall ist die Stadthalle am 2. Dezember reserviert, De Höhner feiern ihre musikalische "Weihnacht" schon am 11. Dezember und das Neusser Ballett Muchka wird für den 17. Dezember den "Nussknacker" einstudieren.

Das RLT stellt seine neue Spielzeit unter das Motto "Tapferkeit" und beginnt am 9. September mit der Inszenierung von Julie Zehs "Corpus delicti". Schon eine Woche später geht es mit der Komödie "Drei Mal Leben" von Yasmin Reza weiter.

Quelle: NGZ
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