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Neusser Woche Baustellen Und Umwege In Der Stadt
Es ist Zeit für ein neues Verkehrskonzept

Neuss. Kanalsanierung boomt in Neuss, der Verkehrsfluss stockt. Doch es gibt eine Zeit danach: Die sollte jetzt mit Mut für freie Fahrt geplant werden.

Die Älteren unter uns erinnern sich: Es gab eine Zeit, in der war die Preußenstraße durchgängig in beide Richtungen befahrbar. Das ist beinahe zwei Jahre her. Die Zufahrt zum Lukaskrankenhaus ist immer noch ein Nadelöhr, doch Hoffnung besteht: Ende November sollen Kanalsanierung und Straßenbauarbeiten abgeschlossen sein. Die nächste Nervenprobe im Viertel steht aber bevor: Kanalbau auf der Fichte- und Olympiastraße werden erneut über Monate die Anwohner strapazieren.

Für einen Termin bei den St.-Augustinus-Kliniken an der Stresemannallee war ich in diesen Tagen 40 Minuten lang unterwegs. Vom NGZ-Pressehaus bin ich über Reuschenberg, Gnadental und Hammfeld zur Stresemannallee gestaut. Eine bessere Idee zur Anreise? Die Kreuzung Nordkanalallee/An der Obererft ist dicht. Die Großbaustelle verlagert die Verkehrsströme spürbar. Insofern ist es richtig, dass es nicht mehr ins Gewicht fällt, wenn jetzt auch noch die Schillerstraße gesperrt wird. Sie ist für den Durchgangsverkehr derzeit eh nahezu bedeutungslos. Nur mit einer Portion Zynismus verliert der Neusser Verkehrsteilnehmer seine gute Laune nicht.

Vor allem im Berufsverkehr benötigt der Autofahrer in der Innenstadt aktuell viel Geduld. Der gesamte Bereich Bahnhof und Theodor-Heuss-Platz mit dem Abzweig Adolf-Flecken-Straße gehört zu den Raritäten der Verkehrsführung in Deutschland. Selbst quer zur Fahrtrichtung stehende Autos sind dort regelmäßig zu besichtigen. Selbst auf der Michaelstraße bauen sich lange Staus auf, weil der Verkehr über Zoll- und Friedrichstraße nicht abfließt.

Kanalerneuerung und Straßensanierungen sind erforderlich. Während der Arbeiten müssen Beeinträchtigungen ertragen werden. Aber irgendwann werden ja auch die Baustellen geschlossen. Das wäre der richtige Zeitpunkt für Politik und Verwaltung mit einem überarbeiteten Verkehrskonzept für mehr Fluss auf den Hauptachsen zu sorgen. Die Bürger haben das verdient.

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Quelle: NGZ
 
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