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Neuss
Etta Scollo und Joachim Król - ein kongeniales Bühnen-Paar

Neuss. Mit dem Programm "Parlami D'Amore" (Erzähl' von der Liebe) begeistern die Sängerin und der Schauspieler im Landestheater.

Wenn sich Paare verstehen wollen, sprechen sie miteinander; und dann am besten über: die Liebe! So ist mit "Parlami D'Amore" der Name des Programms rasch erklärt, für das im Rheinischen Landestheater mit der sizilianische Sängerin Etta Scollo und dem deutschen Schauspieler Joachim Król künstlerisch einmal mehr ein besonderes Paar auf der Bühne stand. Bessere Protagonisten für dieses "Festival der Sterne" hätte man für diese musikalische Lesung auch nicht finden können.

Die Wahlberlinerin Etta Scollo gibt dem Abend Seele. Die Rezeptur ihrer Lieder aus Melancholie und Lebenslust ist ein betörendes Elixier, wie gemacht, die Stimmung im Theatersaal im Handumdrehen zu verzaubern. 14 wahre Kostbarkeiten hat sie mitgebracht, Balladen ihrer mediterranen Heimat in unterschiedlichsten Stilarten, Chanson, Folk, Blues sogar Italopop. Ihre Stimme ist, neben Cello, Akkordeon und Mandoline, das vierte Bühneninstrument. Wenn Scollo heiser krächzt, wie eine Löwin brüllt oder scheinbar gedankenverloren vor sich hin summt, entführt sie ihre Zuhörer auf sinnliche Reisen. "Cuoresenza" ist nur ein Beispiel für diese gesungene Magie. Der Dialog mit ihrem kongenialen Partner Joachim Król und dessen feinsinnigen und humorvollen Geschichten ist themenverbindender Kernstück als auch eine fast zärtliche Umarmung, die sich um den Vortrag schmiegt. Das Trio Susanne Paul, Cathrin Pfeifer und Hinrich Dageför unterstützt musikalisch eindrucksvoll.

Ihr Pendant steht Etta Scollo in nichts nach. Joachim Króls international renommiertes Schaffen verdient den Namen herausragend. Durch immer wieder nuancen- und facettenreiches Spiel beeindruckt der gebürtige Herner seit zwei Jahrzehnten sein Kinopublikum. Serienerfolge im Fernsehen als Frankfurter Tatort-Kommissar oder venezianischer Commissario Brunetti blieben ebenso nicht aus. Dass seine für ihn dabei typische Introvertiertheit nicht aufgesetzt ist, empfindet das Publikum als angenehm, für den Abend ist es einfach nur wohltuend. Zehn Kurzgeschichten hat er im Gepäck, von einem, so will man glauben, Schatzsucher ausgegraben. Augenzwinkernd scherzend macht sich Król zum "Alten Trottel", erzählt die schier unglaubliche Anekdote vom "Selbstmord eines Liebespaares", und wenn Herrn Palomar am Strand "Der nackte Busen" einer wunderschönen Sonnenanbeterin zu irrwitzigen Grübeleien nötigt, glänzt zudem Króls Affinität zum grotesken Humor. Viele Zugaben und ein rundum begeistertes Publikum.

(maho)
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