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Neuss
Experten diskutieren über Potenziale beim Wohnungsbau

Neuss: Experten diskutieren über Potenziale beim Wohnungsbau
Diskutierten in der Alten Post (v.l.): Matthias Welpmann, Andreas Vollmer, Monika Steinrücke, Karin Jung, Roland Kehl und Stefan Zellnig. FOTO: Woitschützke
Neuss. Die Neusser Innenstadt ist dicht bebaut, es gibt viele asphaltierte Flächen. Einzelne Baulücken könnten noch geschlossen werden, dabei kann es sich aber nur um kleine, sensible Eingriffe handeln. In den Randbereichen sieht das schon anders aus, erörterten die Teilnehmer des 13. Neusser Stadtgesprächs im Kulturforum Alte Post zum Thema "Nachverdichtung und Wohnungsbau - Risiken und Chancen".

Um in dieses Thema einzuführen, konnte das Forum Stadtentwicklung der Neusser Agenda 21 Monika Steinrücke, diplomierte Geografin, die in Neuss bereits ein Klimaanpassungsprojekt realisiert hat, von der Ruhr-Universität Bochum gewinnen. Sie referierte zum Thema "Bedeutung von innerstädtischen Grünflächen beim Klimaschutz und machte die Relevanz von Grünflächen im Stadtgebiet deutlich.

"Menschen in der Stadt versuchen, sich vor dem Klima zu schützen, dazu bauen sie Häuser. Wird die Bebauung übertrieben, leiden sie wiederum darunter. An so einem schönen warmen Tag wie heute hat sicher jeder die Wärmeinsel in der Innenstadt spüren können", so Steinrücke. In Bezug auf den Klimawandel in Europa konnte sie keine gute Prognose abgeben: Die Jahresmitteltemperatur wird um ein bis vier Grad zunehmen, die Hitze wird stärker zunehmen als die Kälte abnimmt, Hitzeperioden werden die Menschen belasten, dennoch wird es im Winter knackig kalt - eine Herausforderung für den Städtebau.

Bei der Podiumsdiskussion, moderiert vom Journalisten Andreas Vollmert, kamen dann auch Stefan Zellnig, Vorstand GWG e.G. Neuss, Matthias Welpmann, Beigeordneter der Stadt Neuss, Karin Jung, Architektin und Projektkuratorin, sowie das Publikum zu Wort. Eine Lösung zu finden, ist an solch einem Abend nicht möglich, aber auch die Gäste aus Politik und Verwaltung konnten Impulse mitnehmen. "Neuss ist sehr grün, ich sehe nicht, dass die Stadt schon am Limit ist", sagte Karin Jung. "Durch die großen, zusammenhängenden Grünanlagen kann man andere Bereiche auch nachverdichten." Welpmann interessierte sich sehr für eine Thermalkarte der Stadt, die flächendeckend anzeigt, wie es um das Klima bestellt ist.

Bis 2030 wären Erhebungen zufolge mehr als 6750 Wohnungen nötig, damit alle in Neuss wohnen (bleiben) können. "Ich bin ja hier der Nachverdichter und Baulückenschließer in der Runde", sagte Stefan Zellnig. "Bezahlbarer Wohnraum ist knapp und sehr gefragt. Wir setzen auf bestandsersetzenden Neubau und schaffen durch geschickte Quartiersplanung eine größere Anzahl an Wohnungen, zum Beispiel am Stauffenbergpark."

(vest)
 
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