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Neuss
Experten helfen traumatisierten Flüchtlingen

Neuss. Aus ganz Deutschland kommen Experten nach Neuss, um über Behandlungsansätze nachzudenken. Von Ludger Baten

Krieg, Entbehrungen, Flucht. Flüchtlinge, die Deutschland erreichen, sind in vielen Fällen physisch und psychisch derart belastet, dass sie auf medizinische Versorgung angewiesen sind. Martin Köhne, Geschäftsführer und Ärztlicher Direktor im Neusser St. Alexius-/St. Josef-Krankenhaus, und sein Team wissen das aus der täglichen Arbeit. Seit Monaten kümmern sie sich im "Zentrum für seelische Gesundheit" zunehmend um Patienten, die im "Alexianer", der Zentralen Untereinbringungseinrichtung (ZUE) des Landes NRW, untergebracht sind - beide Einrichtungen werden nur durch die Nordkanalallee getrennt.

Die Erfahrungen ließen Köhne und seine Mitstreiter nicht ruhen. Sie halten es für erforderlich, eine Handlungsebene einzuziehen. Darum sind sie am kommenden Mittwoch (2.) Gastgeber eines hochkarätig besetzten Symposiums. Im Neusser Krankenhaus werden sich 120 Teilnehmer aus ganz Deutschland treffen und den "Herausforderungen bei der psychiatrischen und psychotherapeutischen Behandlung von Asylbewerbern und Flüchtlingen" stellen - Vorträge hören und in Workshops Lösungen suchen. Ein Vertreter des Landes wird zunächst Zahlen, Daten, Fakten nennen. Kulturelle Aspekte werden ebenso thematisiert wie sprachliche Probleme."

Einen innovativen Ansatz verfolgen die Neusser Impulsgeber mit einer onlinegestützten Behandlung. Der Vorteil: Der Kontakt zwischen Patient und Arzt muss nicht abbrechen, wenn der Flüchtling innerhalb von Deutschland umzieht oder gar in seine Heimat zurückkehrt. Mitorganisator Ulrich Sprick sieht darin einen pragmatischen Weg. Ziel sei nicht das optimal Wünschenswerte, sondern eine spürbare Hilfe: "Das Niveau ist bescheidener, aber immer noch anspruchsvoll." Auch Andrea Kuckert aus dem Organisationsteam freut sich auf das Symposium, weil es der richtige Zeitpunkt sei, für dieses wichtige Thema zu sensibilisieren. Ziel des Symposiums sei es, das Thema deutschlandweit auf eine Handlungsebene zu heben. Dank einer Privatspende von 50.000 Euro sei der Start finanziert; weitere Spenden zur Förderung des Modellprojektes seien aber notwendig.

Quelle: NGZ
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