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Neuss
Fachforum diskutiert über E-Mobilität

Neuss. Elektromobilität ist das zentrale Zukunftsthema - und hinkt derzeit noch den Erwartungen hinterher. Gerade einmal 216 Elektroautos sind laut Kreisverwaltung momentan im Rhein-Kreis Neuss zugelassen. Drei Dinge sind mit Blick auf E-Mobilität entscheidend: Erstens eine adäquate Infrastruktur mit entsprechenden Strom-Tankstellen. Zweitens die Batterie-Reichweite. Und drittens natürlich die Kosten.

Vor allem das Thema Batterie beschäftigt die Branche, denn darin liegt der Schlüssel zum Durchbruch für E-Mobilität. Vertreter der Automobilbranche, der Zulieferindustrie und des Hochschulbereichs haben sich jetzt beim Multitechnologiekonzern 3M in Neuss getroffen und bei einem Fachforum über den Entwicklungsstand von Batterien für Elektromobile ausgetauscht. Fazit: Mit existierenden Technologien lässt sich die Reichweite der Fahrzeuge bereits signifikant erhöhen. Bis zur Serienreife wird es allerdings noch mindestens bis 2020 dauern.

Im Mittelpunkt verschiedener Vorträge stand die Lithium-Ionen-Batterie. Die Experten sind überzeugt, dass sie unter allen Batteriesystemen die besten Eigenschaften für den mobilen Einsatz in Fahrzeugen mitbringt, vor allem mit Blick auf Zuverlässigkeit und Lebensdauer. Forschung und Entwicklung weltweit beschäftigen sich daher damit, die Technologie zu verbessern und die Produktionskosten zu senken. 3M zum Beispiel hat ein Material entwickelt, das die Speicherkapazität von Lithium-Ionen-Batterien nach Unternehmensangaben um bis zu 40 Prozent steigert.

Auch Kreisel Electric aus Österreich beschäftigt sich mit innovativen Ansätzen. Das Familienunternehmen hat eine Autobatterie entwickelt, mit der sich die Reichweite eines eGolfs mittels Flüssigkühlung von 190 Kilometer auf mehr als 430 Kilometer verbessern lässt. "Die Forschung im Bereich Elektromobilität hat in Europa aus unserer Sicht erst vor einigen Jahren richtig Fahrt aufgenommen", sagt Markus Kreisel, Geschäftsführer Kreisel Electric.

Jörg Kaiser, Anwendungsentwickler bei 3M Electronic Materials Solutions, ist zufrieden mit dem Fachforum. Es habe gezeigt, dass die Forschung im Bereich E-Mobilität bereits viel erreicht habe. "Dennoch bedarf es weiterhin großer Anstrengungen der Industrie und Zulieferer, um den weltweiten Anschluss nicht zu verlieren."

(abu)
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