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Serie Meine Ausbildung (11)
Fachinformatiker haben die EDV im Griff

Serie Meine Ausbildung (11): Fachinformatiker haben die EDV im Griff
Wer Fachinformatiker werden möchte, sollte neben technischem Interesse auch handwerkliches Geschick mitbringen. Azubi David Yalden (25) öffnet in der Werkstatt bei Bedarf auch das Gehäuse eines Computers. FOTO: lothar berns
Neuss. In der Ausbildung lernt David Yalden, Betriebssysteme aufzuspielen, zu vernetzen und Probleme in der Computertechnik zu lösen. Spezialisiert ist sein Ausbildungsbetrieb auf Systeme für Ärzte und Krankenhäuser. Der Außendienst gehört zum Alltag. Von Christian Kandzorra

Der Betrieb Ärzte und Krankenhäuser sind so stark auf sie angewiesen wie nie zuvor: auf Elektronische Datenverarbeitung (EDV). Und das längst nicht nur in der Verwaltung. Computertechnik ist immer stärker auch in der Behandlung gefragt. Schließlich müssen Daten von Röntgen-Aufnahmen oder etwa vom Ultraschall schnell übertragen werden - und zwar digital.

Dafür sorgen spezielle Betriebssysteme und Computer-Software. Der angehende Fachinformatiker David Yalden (25) ist einer der Techniker, die dafür sorgen, dass die Computersysteme in Arztpraxen und Krankenhäusern gut funktionieren. Der Viersener lernt seinen Beruf im "PCV Systemhaus" in Kapellen - ein IT-Unternehmen, das landesweit rund 2000 Kunden in der Medizinbranche betreut.

Bewerbung Wer eine Ausbildung zum Fachinformatiker machen möchte, steht oft im Kontakt mit Kunden. "Deshalb sollten Bewerber unbedingt kommunikativ sein und sich entsprechend ausdrücken können", sagt Christopher Bittner, Abteilungsleiter in der Technik.

Doch das ist nicht alles. Grundvoraussetzung ist zudem ein Realschulabschluss, gute Noten (vor allem in naturwissenschaftlichen Fächern) und technisches Interesse. "Wichtig ist natürlich auch handwerkliches Geschick", sagt David Yalden, der gelegentlich auch ein Computergehäuse öffnen und ein wenig tüfteln muss. "Natürlich nicht nur in der Werkstatt, sondern auch direkt beim Kunden", sagt der 25-Jährige, der für den Außendienst auch auf einen Führerschein angewiesen ist.

Ausbildung Die Ausbildung zum Fachinformatiker dauert drei Jahre. "Schon im ersten Lehrjahr werden wir Azubis voll ins Betriebsgeschehen mit einbezogen", erzählt David Yalden, der einer von fünf Auszubildenden für diesen Beruf in dem Kapellener Unternehmen ist. Zunächst werde nötiges Grundwissen vermittelt.

Die Auszubildenden schauen den erfahrenen Technikern über die Schulter. "Ich bin aber auch schon selbstständig zu kleineren Terminen gefahren", berichtet Yalden, der Freude am Umgang mit Menschen aber gleichermaßen auch an der Computertechnik hat. Vor Ort hat er bisher zum Beispiel Drucker oder Karten-Lesegeräte angeschlossen oder Teile an Computern getauscht.

Im Laufe der Ausbildung warten noch anspruchsvollere Aufgaben auf den Auszubildenden, dessen Arbeitstag meist morgens gegen 8 Uhr beginnt. "Viel Zeit verbringen wir auch in der Werkstatt, in der die Systeme auf ihre Funktion geprüft und für den Betrieb in der Arztpraxis oder im Krankenhaus vorbereitet werden", sagt der Fachabiturient, der vor seiner Ausbildung zum Fachinformatiker bereits eine Lehre zum Sport- und Fitnesskaufmann abgeschlossen hat. "In einem Informatik-Betrieb sehe ich allerdings deutlich bessere Zukunftschancen", sagt David Yalden. In seiner Ausbildung lernt er unter anderem, komplette EDV-Systeme aufzuspielen, zu programmieren und verschiedene Geräte miteinander zu vernetzen. Seine Arbeit wird im ersten Lehrjahr mit 695 Euro, im zweiten mit 755 und im dritten mit 830 Euro brutto pro Monat vergütet.

Berufsschule David Yalden besucht zweimal pro Woche das Berufskolleg für Technik und Medien am Platz der Republik in Mönchengladbach. Auf seinem Stundenplan steht auch fachbezogener Unterricht. "Zum Beispiel Anwendungs-Entwicklung. Wir lernen aber auch, wie ein Rechner arbeitet und wie die einzelnen Systeme genau funktionieren", sagt der Viersener. Dazu gehöre auch Englischunterricht, in dem entsprechende Fachbegriffe vermittelt werden.

Zukunft Die IT-Branche boomt. Die Chancen, als ausgebildeter Fachinformatiker in IT-Unternehmen eine Anstellung zu finden, stehen sehr gut - gerade dann, wenn Azubis gezielt für spezielle Branchen ausgebildet wurden.

Quelle: NGZ
 
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