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Neuss
Flüchtlingsheim: Bürger bezweifeln Bedarf

Neuss. Die Bürgerinitiative Allerheiligen sucht den Schulterschluss mit anderen Gruppen in der Stadt, die sich gegen Flüchtlings-Unterkünfte in ihrer Nachbarschaft wehren wollen. Das ist ein Ergebnis einer Bürgerversammlung in Allerheiligen, der schon kommenden Dienst ein weiteres Treffen folgen soll.

Es sei nur schwer einzusehen, nennt BI-Mitglied Eckhard Lech ein Argument, warum die Stadt die funktionierende Einrichtung im ehemaligen Alexius-Krankenhaus aufgeben will, um nicht zuletzt am Steinacker in Allerheiligen neue Unterkünfte zu bauen. Und die Bürger bezweifeln den tatsächlichen Bedarf, nachdem das Land bekannt gemacht hat, deutlich weniger Plätze für Flüchtlinge vorhalten zu wollen.

Bürgermeister Reiner Breuer kann verstehen, wenn die Bürger mit den amtlichen Berechnungsmodus nicht nachvollziehen können. Zu klaren Zahlen zu kommen ist für ihn ein Grund, aus dem er für kommende Woche ein Gespräch mit der Bezirksregierung verabredet hat. "Wir werden unsere Aktivitäten verstärken müssen", sagt Breuer, der mit weiteren Zuweisungen von dauerhaft bleibenden Menschen rechnet. Schon beim Schützenfest in Allerheiligen hatte er gemahnt, dass auch dieser Ortsteil seinen Anteil zur Bewältigung der Flüchtlings-Unterbringung leisten muss.

Der Standort Am Steinacker gehört zu denen, deren Herrichtung am weitesten gediehen ist. Gegen die Baugenehmigung sind zwar Klagen anhängig, doch hat die Stadt in einem ersten Schnellverfahren schon Recht bekommen. Der Bau, den Breuer angesichts sinkender Flüchtlingszahlen Anfang Juli vorerst hatte stoppen lassen, könnte damit errichtet werden. Die BI hofft, das abwenden zu können - und hat sich an die Politik gewandt.

(-nau)
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