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Neuss
Flutwelle passiert am Dienstag Neuss

Neuss: Flutwelle passiert am Dienstag Neuss
Bei Grimlinghausen wurden bereits Wanderwege wegen des Hochwassers gesperrt. NGZ-Foto Berns FOTO: NGZ
Neuss. Mit 7,20 Meter Wasserstand am Neusser Pegel setzt der Rhein am Dienstag eine erste Marke. Maßnahmen zum Hochwasserschutz werden erst ab 7,50 Metern eingeleitet. Doch die werden – noch – nicht erreicht. Von Christoph Kleinau

In Uedesheim, Grimlinghausen und der Nähe zum Naturschutzgebiet Ölgangsinsel wurde die ersten tiefer liegenden Wege in Nähe des Rheinufers gesperrt. Eine Vorsichtsmaßnahme in Sachen Hochwasserschutz – auch wenn mit Hochwasser noch nicht gerechnet wird.

Bei einem Stand von 7,50 Metern am Neusser Pegel löst das städtische Tiefbauamt die ersten Maßnahmen in ihrem abgestuften Hochwasserschutzkonzept aus. Dann, so erklärt Amtsleiter Joachim Schoenbeck, wird ein telefonischer Ansagedienst eingerichtet. Doch diese Marke wird – noch – nicht erreicht. Hochwasserwarnung wird bei 9,80 Metern ausgelöst und erst bei einem Wasserstand, und bei 10,50 Meter wird der Wachdienst aufgeboten.

Am Montagmorgen wurde am Neusser Pegel ein Wasserstand von 6,90 Meter gemessen. Erwartet wurde, dass das Wasser innerhalb des Tages bis auf 7,20 Meter ansteigt, danach aber soll sich diese erste durchlaufende Hochwasserwelle wieder abflachen. Das jedenfalls hat das Hochwassermeldeamt Mainz für alle Rheinanlieger prognostiziert.

Die Entwicklung der Wasserstände war zunächst sprunghaft gewesen. Bis zu 80 Zentimeter pro Tag. Ab Freitag allerdings hatte sich der Anstieg etwas verlangsamt, sagt Schoenbeck. Im Mittel stieg der Rheinpegel um einen Zentimeter in der Stunde an. Der Scheitelpunkt der Welle wird für Dienstag erwartet.

Eine Prognose für die weitere Entwicklung kann Schoenbeck nicht anstellen. "Kommt es zu starken Regenfällen auf dieses hohe Niveau, kann es zu einem nennenswerten Hochwasser kommen", sagte er. Diese Regenfälle aber seien derzeit nicht in Sicht. Zur Bremse für das Hochwasser können auch die sinkenden Temperaturen mit Tiefstwerten am Wochenende werden. Denn die Niederschläge in Schwarzwald, Vogesen und Eifel, dem Einzugsgebiet des Rheins, fallen als Schnee – und bleiben liegen.

1995 erlebte Neuss das letzte, so Schoenbeck, nennenswerte Hochwasser. Damals staute sich das Wasser aus dem Hafen über Batteriestraße und Wendersplatz bis zum Markt und sorgte in Grimlinghausen für Land unter. Seitdem wurde in den Hochwasserschutz in Uedesheim und Grimlinghausen investiert. Ein Lücke klafft nur noch im Hafen, den noch kein Sperrwerk hochwasserfrei macht.

Quelle: NGZ
 
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