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Neuss
Franz Müntefering fordert bei KAB-Diözesantag gerechte Löhne

Neuss. Manchmal liefert der demografische Wandel auch Stoff für witzige Bemerkungen. Eine solche machte Franz Müntefering jetzt als Gast der Katholischen Arbeitnehmer-Bewegung (KAB) im Marienhaus, als er sich den Mitgliedern des KAB-Senioren-Diözesantages als Vorsitzender der Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenorganisationen vorstellte. Diese BAGSO sei derzeit wahrscheinlich die einzige Organisation mit wachsenden Mitgliederzahlen, sagte der ehemalige Vize-Kanzler, Minister und Bundesvorsitzende der SPD im Marienhaus an der Kapitelstraße.

Mehr als 100 Mitglieder des KAB-Diözesanverbandes, der im Erzbistum Köln in 80 Ortsvereinen rund 4000 Mitglieder organisiert, wollten hören, was der SPD-Politiker zum Thema "Menschenwürdiges Leben im Alter" zu sagen hatte. Dabei lobte der 76-Jährige vor allem das ehrenamtliche Engagement in den Vereinen und Verbänden, die Ort und Anlass für Begegnungen schaffen würden und damit der Vereinsamung entgegenwirken würden - einem der größten Probleme älterer Menschen in unserer Gesellschaft. Dieses Problem verschärfe sich noch dadurch, dass die Familie als Kern der Gesellschaft immer weniger funktioniere.

Müntefering ging aber auch auf die strittigen Themen wie Altersarmut, Steigerungsraten bei der Grundsicherung im Alter und die schwierige Finanzierung der Rentenversicherung ein. Die Zahlung gerechter Löhne - zum Beispiel in der Pflege -, aber auch die Verantwortung der Vermögenden sind aus seiner Sicht in Zukunft Teil der Lösung. Flankierend dazu nannte er ein sozial-räumliches Denken in den Kommunen, das weiter gefördert werden muss.

Teil zwei des Diözesantages waren vier Workshops, die sich mit Themen "Bündnis für gute Pflege", "Politische Beteiligung im Alter/Seniorenfreundliche Stadt", "Zunehmende Altersarmut" und "Lebensraum Kirche - Altenpastoral zukunftsweisend vernetzt" beschäftigten. Fachkundige Gesprächspartner waren dabei Lucia Schneiders-Adams, Referentin beim KAB Bundesverband, Uwe Temme, Leiter des Ressorts Soziales in der Stadt Wuppertal, Antonio Brettschneider, wissenschaftlicher Referent Vorbeugende Sozialpolitik und Brigitte Döpper, Referentin Altenpastoral im Erzbistum Köln.

Mit einem Wortgottesdienst schloss der Diözesantag für Senioren ab, der aus Sicht von KAB-Diözesansekretär Winfried Gather als gelungen zu bezeichnen war. Dafür dankte er vor allem den Mitgliedern des Arbeitskreises Senioren.

Quelle: NGZ
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