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Neuss
Frings-Brücke: Name hat sich bis heute nicht durchgesetzt

Neuss. Heute vor zehn Jahren wurde die Umbenennung der Südbrücke mit einem Brückenfest vollzogen.

Selten war sie so wertvoll wie heute: Wenn die Bauarbeiten am Pylon der Fleher-Brücke eine Teil- oder Vollsperrung dieses Rheinübergangs der Autobahn 46 nötig machen (oder sich auch nur lange Staus bilden), ist die Josef-Kardinal-Frings-Brücke die Umleitungs- und Ausweichstrecke schlechthin. Denn sie ist die erste Brücke nördlich der für den Schwerlastverkehr gesperrten Autobahn-Rheinbrücke bei Leverkusen, die uneingeschränkt zu nutzen ist. Technisch ist sie nach Auskunft des Tiefbaumanagements in gutem Zustand, weil sie erst vor etwas mehr als zehn Jahren überholt worden war. Damals gab es einen Anlass: die Umbenennung der Südbrücke in Josef-Kardinal-Frings Brücke.

Heute auf den Tag genau vor zehn Jahren wurde mit einem Brückenfest die Benennung nach dem Kölner Erzbischof und Neusser Ehrenbürger vollzogen und gefeiert. Richtig durchgesetzt hat sich der Name aber bis heute nicht. Selbst im aktuellen amtlichen Stadtplan ist neben dem Brückennamen in Klammern noch die alte Bezeichnung hinzugefügt: Südbrücke. So hieß das 740 Meter lange Bauwerk seit seiner Einweihung im Jahr 1951. Dass der Name aber akzeptiert wird und "normal" geworden ist, drückt eine andere Beobachtung aus: Die Schriftzüge auf den Tafeln an den Brückenrampen bleiben inzwischen unversehrt.

1929 war der Vorgängerbau der heutigen Brücke unter Verkehr genommen aber kurz vor Ende des Zweiten Weltkrieges gesprengt worden. Die neue Brücke wurde 1951 in Dienst genommen. Seitdem hatte sie viele Namen: Rheinbrücke Neuss-Düsseldorf, Südbrücke und - zumindest in manchen Stadtplänen - Willy-Brandt-Brücke. Ein Vorstoß aus der Stadt Düsseldorf die Brücke nach dem ersten SPD-Bundeskanzler zu nennen, wurde aber von Neusser Seite zurückgewiesen. Sie teilt sich den Unterhalt der Brücke über eine eigene Betreibergesellschaft mit Düsseldorf. Neu in Gang kam die Namensdiskussion erst nach dem Tod von Papst Johannes-Paul II, den die Junge Union als Namensgeber vorschlug - bis wiederum aus Düsseldorf der in Neuss geborene Frings ins Spiel gebracht wurde. Die Räte stimmten der Umbenennung 2005 zu, gefeiert wurde heute vor zehn Jahren. Den Gottesdienst zum Brückenfest zelebrierte damals Joachim Kardinal Meisner - ein Nachfolger von Frings.

(-nau)
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