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Neuss
Für alle Felle

Auch Hunde müssen zum Friseur
Auch Hunde müssen zum Friseur FOTO: woi (1)/jasi(2)
Neuss. Sonntag ist der Tag des Hundes. Das Leben mit einem Vierbeiner beinhaltet weitaus mehr als nur Füttern und Gassi gehen. Bei vielen Rassen steht oft eine Verschönerungskur an. Ein Besuch bei Experten. Von Simon Janssen

So recht geheuer ist Moritz die ganze Angelegenheit noch nicht, obwohl er die Prozedur von früheren Sitzungen kennt. Doch sobald das Summen der Schermaschine einsetzt und sein Fell entlanggleitet, sind alle Bedenken vergessen. Einige Minuten später darf der Shih Tzu sogar unter die erfrischende Brause. Ob sein Frauchen den Termin im Weckhovener "Hunde-Saloon" ganz bewusst auf diesen Tag gelegt hat? Schließlich ist am morgigen Sonntag der Tag des Hundes. Da darf man sich als stolzer Rüde schon mal in Form bringen lassen, bevor man wieder durchs eigene Revier stolziert.

"Der Termin hat eher mit den Temperaturen zu tun. Da ist es für die Tiere angenehmer, wenn das Fell kürzer ist", sagt Astrid Markus, Leiterin des "Saloons" an der Hoistener Straße, den sie 2004 mit einer Kollegin zusammen eröffnete. In diesen Wochen haben Astrid Markus und ihr Team alle Hände voll zu tun. "Wir befinden uns in der Hochsaison", sagt sie. Wie oft Hunde zum Friseur müssen, sei von Rasse zu Rasse unterschiedlich.

Manchmal muss der Maulkorb her

Die "Behandlung" dauert in der Regel zwischen anderthalb und zwei Stunden. Baden, föhnen, krallen schneiden, Ohren frei machen. Die Kunden des "Saloons" mögen es klassisch. Amerikanische Trends wie Krallen lackieren oder Fell färben haben es hingegen noch nicht nach Deutschland geschafft. "So etwas machen wir nicht", sagt Markus schmunzelnd.

Wenige Meter weiter kümmert sich Andreas Sieben um Nane - eine Airedale-Terrier-Hündin. Sie wird heute gezupft, getrimmt und geschoren. Das volle Programm. Nach einem ausgiebigen Bad wird das Fell der Hündin zunächst aufgeföhnt. "Dann kann man es schöner schneiden", sagt Sieben. Nane bekommt eine komplett neue "Frisur". "Den klassischen Airedale-Schnitt", sagt Sieben und fügt hinzu: "Im Sommer wird sie mit sieben Millimetern abgeschoren, an den Beinen mit 16. Wie es sich der Halter wünscht." Die meisten Vierbeiner lassen die Schönheitskur gerne über sich ergehen. "Es gibt aber auch Hunde, die mögen es gar nicht. Zur Not muss dann der Maulkorb her", sagt Astrid Markus.

Pflegeleichte Hunde sind gefragt

Franziska Maker vom gleichnamigen Hundestudio an der Röntgenstraße hat im Laufe der Jahre einen Trend ausgemacht: So seien kleine, sogenannte Baumwollhunde gerade besonders gefragt. Dazu zählt auch die Hunderasse "Bolonka Zwetna", die ihren Ursprung in Russland hat. Aber auch Chihuahua und Königspudel seien wieder häufiger auf den Straßen zu sehen. Die Menschen mögen vor allem kleine, pflegeleichte Hunde.

Experten wie Astrid Markus, Andreas Sieben und Franziska Maker, die sich um die optische Pflege von Hunden und Co. kümmern, werden auch als "Groommer" bezeichnet. "Heimtierpfleger" ist eine weitere Bezeichnung, die auch ein eigener Berufsverband in Deutschland nutzt. Eine offizielle Berufsausbildung für diese Tätigkeit gibt es in Deutschland allerdings nicht. Entsprechend sind die verschiedenen Berufsbezeichnungen auch nicht geschützt.

Quelle: NGZ
 
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