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Neuss
Furth feiert 150 Jahre Schützenwesen

Neuss: Furth feiert 150 Jahre Schützenwesen
Oberst Heiner Ringes (l.) und Schützenmeister Jochen Hennen stehen im Jubiläumsjahr für Kontinuität und Stabilität im Komitee der St.-Sebastianus-Schützenbruderschaft FOTO: Berns, Lothar
Neuss. Die St. Sebastianus-Schützenbruderschaft Neuss-Furth besteht 84 Jahre. Doch Schützenwesen gibt es auf der Furth mindestens seit 1866. Also 150 Jahre.

Für die Bruderschaft ist das ein Anlass, der Pfingsten mit einem Bezirksschützenfest gefeiert wird. Damit kommt auf den neu zu wählenden Vorstand eine große Aufgabe zu. Die NGZ sprach darüber mit Schützenmeister Jochen Hennen und Regimentsoberst Heiner Ringes.

Herr Ringes, ein Bezirksschützenfest auf der Furth – das ist doch was ganz Besonderes?

Heiner Ringes Zunächst einmal müssen wir Begriffe klären. Die St. Sebastianus-Schützenbruderschaft Neuss-Furth ist eine Einheit aus einem Schützenregiment und einer Bruderschaft. Deren Leitgedanke konfessionsgeprägt Glaube, Sitte, Heimat ist. Man kann aber ohne Mitgliedschaft in der Bruderschaft als Schütze aktiv sein. Während die Bruderschaft erst 1932 gegründet wurde, besteht das Schützenwesen auf der Furth mindestens seit 1866. Und somit können wir ein 150-jähriges Bestehen feiern. Doch wollen wir daraus kein extra Fest machen, sondern diese Jubiläum im Rahmen des Schützenfestes an Pfingsten feiern. Daher werden wir ein Bezirksschützenfest ausrichten. Zu dem am Pfingstmontag alle befreundeten Bruderschaften des Bezirksverbandes Neuss der Historischen Deutschen Schützenbruderschaften, Vereine sowie Freunde, Gäste und Gönner eingeladen werden. Wir feiern mit einem Empfang, mit Festzug, Festmusik und Tanz mit der Partyband "Novesia Live" sowie als Hauptact "Fischer Live", die Helene Fischer Coverband. Außerdem werden wir einen besonderen Erinnerungsorden und eine Festschrift herausgeben.

Bis zum Schützenfest sind es noch 127 Tage. Wie ist die Bruderschaft aufgestellt?

Jochen Hennen Das Schützenfest 2016 steht dank guter Vorarbeit. Der bisherige Vorstand hat die nötigen Verträge abgeschlossen. Jetzt gilt es nur noch, letzte Fragen abzustimmen.

Das Komitee ist im Umbruch. Bekannt ist, dass Präsident Rolf Stein nicht für eine weitere Amtszeit kandidiert . Sein Stellvertreter, Geschäftsführer Hans-Werner Prinz, ist der Meinung: "Junge Leute nach vorn" und tritt zurück. Schatzmeister Holger Pannen möchte dazu keine Stellung nehmen. Auf der Mitgliederversammlung am 12. Februar müssen Weichen gestellt werden. Wie sind Komitee und Oberst vorbereitet?

Hennen Das ist zunächst einmal eine ganz normale turnusmäßige Jahreshauptversammlung. Das Komitee hat natürlich zum Thema Wahlen Gespräche mit interessierten Schützenbrüdern geführt und die Ergebnisse im November den Korpsführern vorgestellt. Mit der Bitte, diese Vorschläge auch innerhalb der Züge zu diskutieren. Es war uns von vornherein wichtig, dass wir offen damit umgehen und frühzeitig Ergebnisse vorstellen können. Mögliche Nachfolger wurden bereits gefunden und stehen zur Verfügung.

Ringes Aus der Versammlung heraus können natürlich auch noch Vorschläge gemacht werden. Es wäre schön, wenn die sorgfältigen Überlegungen von Komitee und Regimentsspitze zu einem guten Ergebnis führen.

Hennen Es war auch wichtig, dass sich die nicht mehr zur Wahl stellenden Personen frühzeitig erklärt haben. Somit konnten wir handeln. Und mit möglichen Kandidaten reden, die bereits Verantwortung übernommen haben und von denen wir glauben, dass sie die vielfältigen Aufgaben bewältigen können.

Ringes Es sind ja keine ganz Neuen, die für den geschäftsführenden Vorstand vorgeschlagen sind. Zum Teil sind es nur Verschiebungen innerhalb dieses Gremiums.

Welche Positionen und Personen umfasst zurzeit der geschäftsführende Vorstand?

Hennen Das ist einmal der Präsident Rolf Stein, der gleichzeitig auch 1. Brudermeister ist, dann der Geschäftsführer und sein Stellvertreter Hans-Werner Prinz, 2. Brudermeister Thomas Brockers, Schützenmeister Jochen Hennen und Schatzmeister Holger Pannen. Hinzu kommen Mitglieder aus dem erweiterten Komitee wie Präses Pfarrer Hans-Günter Korr und Oberst Heiner Ringes.

Namen liegen auf dem Tisch. Die würden wir jetzt gern wissen.

Hennen Aus dem geschäftsführenden Bereich scheiden drei Mitglieder aus: Präsident, Geschäftsführer und der Schatzmeister.

Die wichtigsten Position müssen also neu besetzt werden. Wie ist bei den besonderen Herausforderungen eine Kontinuität gesichert?

Ringes Schützenmeister Jochen Hennen wird als Präsident vorgeschlagen. Als Geschäftsführer der bisherige Pressewart und stellvertretende Schützenmeister Torsten Klein. Als Schatzmeister der bisherige stellvertretende Geschäftsführer Frank Sauer. Neuer Schützenmeister auf Vorschlag des Komitees Johannes Platen (Oberleutnant des Zuges Treue Further).

Hennen Uns war bei der Findung wichtig, dass die gute Arbeit der bisherigen Spitze durch erfahrene Kandidaten fortgeführt wird. Der Wechsel ist lange und sorgfältig vorbereitet worden.

Eine Frage an den Oberst zur Entwicklung des Regiments. Nach oben oder nach unten? Welche Prioritäten sind gesetzt? Was macht die Führung in Bezug auf Jugendarbeit?

Ringes Mit etwa 1 800 Schützen in zwölf Korps zeigt sich unser Regiment ziemlich konstant. Edelknaben-Kandidaten stehen Schlange; Jungschützen sind in den einzelnen Korps gut aufgehoben und werden durch Jungschützenmeister hervorragend betreut und vertreten. Im übrigen haben wir den Vorteil, dass Jungs bereits mit zwölf Jahren Bruderschaftsmitglied werden können. Das ist ein nicht zu unterschätzender fließender Übergang vom Edelknaben zum Schützen.

Was könnte sich 2016 organisatorisch für das Regiment ändern?

Ringes Die Marschwege sind in der Diskussion. 2016 wird es noch einmal die bisherige Regelung geben, dass wir bis zum Berliner Platz marschieren. Ab 2017 sollte der Marschweg an der Jostenallee beginnen.

Hennen Wir wollen Bewährtes und Grundlegendes nicht verändern, nur anpassen. Komitee und Regimentsführung haben bislang gute Arbeit geleistet. Doch wir werden die Entwicklung beobachten. Und unser Schützenfest nicht nur im Interesse der Schützen, sondern auch der Further Bürger und Besucher feiern.

Das Interview führte Rolf Hoppe.

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