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Neuss
Geerlings und Werhahn treffen bei Programmdebatte aufeinander

Neuss. Die angekündigte Gegenkandidatur hat dem amtierenden CDU-Vorstand um den Vorsitzenden Jörg Geerlings offenbar Beine gemacht. Zu diesem Schluss kam am Mittwochabend Michael Werhahn, der am 15. März, wenn es bei der CDU zu vorgezogenen Wahlen kommt, als Herausforderer für den Vorsitz kandidiert. Er konnte sich nur über den Eifer des Vorstandes und die Fülle der Veranstaltungen in der jüngsten Vergangenheit wundern. Von Christoph Kleinau

Doch die haben der Partei offenbar gutgetan. 117 Änderungs- und Ergänzungsanträge zu einem Positionspapier "Zukunft 2020", die in sechs Stadtteilkonferenzen erarbeitet worden waren, zeugen von einer lebhaften Debatte. Die wurde am Mittwoch mit der einstimmigen Verabschiedung des Papiers formal zwar abgeschlossen. Doch inhaltlich muss noch nachgelegt werden.

Die Neuaufstellung der Partei war eine Forderung der Mitglieder nach der verlorenen Bürgermeisterwahl im September. Der Ruf nach einer personellen Erneuerung gehörte dazu. Die soll nun am 15. März vorgenommen werden. Nachdem Geerlings im Dezember - nur auf einen Vorstandsbeschluss gestützt - mit dem Versuch gescheitert war, mit vorgezogenen Wahlen Fakten zu schaffen, ließ er sich den Termin für die nächste (und dann vierte) außerordentliche Mitgliederversammlung diesmal bestätigen.

Dann wird es Geerlings mit Michael Werhahn als Herausforderer zu tun haben, der sich am Mittwoch erstmals vor den Mitgliedern erklärte. Seine Analyse fasste er in vier Forderungen zusammen: Das Vertrauen der Wähler zurückgewinnen, inhaltliche Positionen besetzen, Menschen für eine Mitarbeit (in der CDU) gewinnen - und die Führung verbessern. "Der Parteivorstand hat eine Managementaufgabe", sagte Werhahn. Geerlings beließ es bei einer abgeklärten Replik, doch aus der Versammlung musste sich Werhahn den Vorwurf gefallen lassen, die Partei zu spalten. Man solle die Situation gemeinsam meistern. Er habe, konterte Werhahn, mit dem amtierenden Vorsitzenden gesprochen und Zusammenarbeit angeboten. "Die Antwort steht noch aus."

Werhahn wie auch anderen im Saal war das Positionspapier zu technisch und inhaltsleer. Doch Geerlings wehrte sich: Man habe kein Wahlprogramm erarbeiten sollen, sondern Leitlinien, Ziele und Vorgaben zur Arbeitsweise in den nächsten Jahren. Dieses Anliegen fand der Stadtverordnete Karl-Heinz Baum schon in der Präambel schlüssig zusammengefasst, die auf Vorschlag der CDU-Nordstadtkonferenz dem Papier am Mittwoch vorangestellt wurde. Die CDU, heißt es da unter anderem, steht für eine moderne Großstadtpolitik. Baum: "Daran müssen wir arbeiten."

Quelle: NGZ
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