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Neuss
Gegen Flugangst hilft Fliegen

Neuss: Gegen Flugangst hilft Fliegen
Gerd Zimmek (l.) im Gespräch mit der 42 Jahre alten Frau aus Rheine, die unter Flugangst leidet. FOTO: Sat.1
Neuss. Bei Flugangst bleiben Traumziele oft unerreichbar. Psychologe Gerd Zimmek hilft einer Betroffenen in einer TV-Show, die Angst zu überwinden. Von Andreas Buchbauer

Für seine "Back to Neuss"-Party hat Gerd Zimmek alles vorbereitet. Lange Zeit hat der 47-Jährige, der 1990 sein Abitur am Quirinus-Gymnasium gemacht hat, in Düsseldorf gelebt, bis es ihn vor Kurzem wieder zurück in seine Heimatstadt zog. Seine Rückkehr möchte er mit Freunden und Familie feiern - und zwar mit einem Fernsehabend. Am 19. Juli, 20.15 Uhr, startet auf Sat.1 die neue Show "Jetzt oder nie - das 100-Tage-Experiment". Gerd Zimmek ist darin als Coach zu sehen, der eine 42 Jahre alte Frau aus Rheine dabei unterstützt, ihre Flugangst zu überwinden. Für den psychologischen Psychotherapeuten aus Neuss, der sowohl in der Quirinus-Stadt als auch in Mönchengladbach eine Praxis hat, eine besondere Aufgabe: "Ich fliege selbst unheimlich gerne, bin ein richtig begeisterter Passagier. Deshalb ist es mir ein Anliegen, Leuten, die unter Flugangst leiden, ihre Angst zu nehmen."

Flugangst hemmt schließlich und lässt manch traumhaftes Urlaubsziel in schier unerreichbare Ferne rücken. Einmal mit dem Flugzeug zu verreisen - das ist für die Frau aus Rheine, die Zimmek in der TV-Sendung coachte, ebenfalls ein großer Traum. Allerdings ist die Angst bei der zweifachen Mutter besonders ausgeprägt. Bereits eine Fahrt zum Flughafen löst bei ihr Panikgefühle und Atemnot aus, ihr scheint es schon kaum vorstellbar, ein Flughafengebäude überhaupt zu betreten. In dem 100-Tage-Programm mit Gerd Zimmek möchte sie ihre Ängste überwinden, um sich mit ihrer Familie den lang ersehnten Traumurlaub in Singapur gönnen zu können. "Verhaltenstherapeutisch-orientiertes Flugangst-Coaching", nennt Zimmek seinen Ansatz. Er fußt auf mehreren Schritten.

Zunächst baut der Diplom-Psychologe Vertrauen zu der unter Flugangst leidenden Frau auf. "Danach folgt eine sogenannte Expositions-Behandlung", sagt er. Diese besteht aus mehreren Bausteinen. Erstens geht es um die Frage, was Angst ist und wie man damit umgehen kann. Zweitens geht es um die Technik eines Flugzeugs und um die physikalischen Grundlagen des Fliegens. "Wer versteht, warum ein Flugzeug mit zum Beispiel 300 oder 400 Passagieren überhaupt abheben und fliegen kann, hat oft schon einen anderen Blick darauf. Das Wissen um die Technik des Fliegens kann wie ein Gegengift gegen Flugangst wirken", sagt Zimmek. Der dritte und wichtigste Punkt ist dann, sich der Angst zu stellen. "Und zwar nicht nur einmal, sondern mehrfach." Man müsse aber darauf achten, sein Gegenüber nicht zu überfordern. "Es können viele kleine Schritte sein, bis die Flugangst endlich im Griff ist." Wie es in der TV-Sendung ausgeht, verrät Zimmek vorab nicht. "Die Leute sollen vor dem Fernseher ja mitfiebern", sagt er. Auf den Diplom-Psychologen aufmerksam wurden die Macher des TV-Formats über das Internetportal treffpunkt-flugangst.de. Gerd Zimmek wirkt dort als Kooperationspartner mit. Solche und ähnliche Portale finden sich gleich zigfach im Internet.

Auch einige große Fluggesellschaften bieten in Kooperation mit Partnern Seminare an - wie zum Beispiel die Lufthansa und das Portal flugangst.de. Dort finden sich Zahlen zu einer vom Marktforschungsinstitut GfK durchgeführten Umfrage: Demnach verspüren knapp 68 Prozent der Befragten leichtes Unbehagen, Angst oder sogar Panik an Bord eines Flugzeugs - oder fliegen erst gar nicht.

Quelle: NGZ
 
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