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Neuss
Gemalte Porträts erzählen von biblischen Frauen

Neuss. In der Trinitatiskirche in Rosellerheide stellt die Dormagenerin Dora Schütte-Frische ihre Bilder aus. Von Dagmar Fischbach

Von Gesichtern ist Dora Schütte-Frische fasziniert. "Allerdings nicht von den glatten, die oft als Schönheitsideal gelten. Mich begeistern Gesichter, die Geschichten erzählen", sagt die Malerin. Wie das einer alten Rumänin: "Die Frau hatte ein hartes Leben und hat es noch. Sie und ihr Mann leben am Rande des Existenzminimums, schlagen sich ohne Sozialhilfe durchs Leben. Das hinterlässt Spuren. Auf der Seele und im Gesicht." Die Künstlerin hat die alte Frau porträtiert und sie einer biblischen Figur zugeordnet. "Dieses Gesicht ist für mich ganz klar Sarah. Die Frau, die Abraham im Alter von 90 Jahren noch den Sohn Isaak geschenkt hat."

In Braun-, Grün- und Blautönen hat sie die Sarah gezeichnet. Ab Sonntag ist das Aquarell mit rund 30 weiteren Werken der Dormagenerin im Gemeindesaal der evangelischen Triniatiskirche (Koniferenstraße) unter dem Titel "Face to Face - Bedeutende Frauen aus dem Alten Testament schauen uns an" zu sehen. Und so ist es auch: Jedes einzelne der Porträts scheint den Betrachter mit seinen Blicken einfangen zu wollen. "Unter jedem der Bilder wird eine Meditation stehen. Ein kleiner Text, der dem Besucher das Bild erschließt. Es sind Verse aus der Bibel, ins moderne Deutsch übertragen", sagt Dora Schütte-Frische.

Unter dem Bild der Sarah etwa heißt es: "Ich bin viel herumgekommen und habe viel von der Welt gesehen. In meinem Alter kann mir keiner mehr so schnell etwas vormachen. Über das, was ich eben heimlich von den Boten Gottes mit angehört habe, kann ich nur lachen." Und wer das Porträt der alten Rumänin sieht, glaubt, dass dieser Frau kaum noch jemand etwas vormachen kann.

Gleich neben ihr hat Dora Schütte-Frische die beiden biblischen Schwestern Lea und Rahel positioniert. Die Porträts von Dora Schütte-Frische zeigen einmal eine Frau mit herben Zügen und zum zweiten ein anderes sehr weiches, weibliches Gesicht. "Rahel steht für die wahre und große Liebe", sagt die Künstlerin. Ergänzt werden die Porträts von Bildern, die Olivenbäume zeigen. "Ich bin immer wieder fasziniert von diesen knorrigen, oft hunderte Jahre alten Gestalten. In der Bibel spielen sie als Ölbäume eine wichtige Rolle", sagt die Künstlerin. Und so zeigt sie im Vorraum der Ausstellung auch Landschaftsbilder. "Es sind Eindrücke, die ich von meinen zahlreichen Reisen nach Italien und Griechenland mitgebracht habe", erklärt Dora Schütte-Frische.

Eröffnet wird "Face to Face" im Anschluss an den Gottesdienst. Dann soll es einen Empfang im Gemeindesaal mit Musik der Kirchenmusikerin Hanna Wolf-Bohlen geben.

Info Koniferenstraße, Sonntag, 21. Februar, 12 Uhr, bis 29. März

Quelle: NGZ
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