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Neuss
Generaloberin aus Burundi bedankt sich für Hilfe bei Augustinerinnen

Neuss. Der Terminkalender ist randvoll: Eine Woche lang halten sich Schwester Révocata aus Burundi, Generaloberin der Partnerorden der Neusser Augustinerinnen, Bene-Umukama und Bene-Bikira, in Neuss auf und versuchen, allen gerecht zu werden, die ihr bitterarmes Heimatland unterstützen. Denn Neuss und Burundi verbindet eine tiefverwurzelte Partnerschaft, die in diesem Sommer ihr 50-Jahr- Jubiläum feiert. Für Schwester Révocata ist es wie "ein Besuch bei ihrer großen Familie", erzählt die stattliche 47-Jährige auf Französisch. Diese "Familie" wächst mit Blick auf das bevorstehende Jubiläum zudem stetig. Von Bärbel Broer

Soeben war sie in Wevelinghoven, hat das Seniorenwohnstift St. Martinus besucht - eine Einrichtung der St.-Augustinus-Kliniken, die ebenso wie das Johanna-Etienne-, das St. Alexius-/St.-Josef-Krankenhaus, die Behindertenhilfe, das Krankenhaus Neuwerk und die Niederrhein-Klinik Patenschaften für unterschiedliche Projekte in dem zwischen Tansania, Ruanda und dem Kongo gelegenen Land übernommen haben.

Seit im Februar 2015 eine Delegation auf Initiative von Paul Neuhäuser, Vorsitzender der Geschäftsführung der St.- Augustinus-Kliniken, das Land, das zu den ärmsten der Welt zählt, besucht und anschließend regelmäßig über die geplanten Projekte berichtet hat, ist die "Aktionspartnerschaft Neuss hilft Burundi" entstanden. Unternehmen, Vereine, Schulen, Gemeinden und Bürger sind daran beteiligt. Bürgermeister Reiner Breuer hat im 50. Jahr der Neusser Burundi-Hilfe die Schirmherrschaft übernommen und die Generaloberin im Rathaus empfangen. Dies hat Schwester Révocata sichtlich berührt. "Das ist eine große Ehre für uns und zudem eine Erweiterung unserer Familie."

Anschließend traf sie sich mit 150 Mitarbeitern und der Geschäftsführung des Johanna-Etienne-Krankenhauses zum burundischen Eintopf. Lauter Termine, die ihr etwas Ablenkung von den schweren Gedanken an ihr krisengeschüttetes Heimatland verschaffen. Sobald sie beschreiben soll, wie es in Burundi derzeit aussieht, wägt sie ihre Worte sorgfältig ab.

Seit April 2015 kämpfen staatliche Sicherheitskräfte und Oppositions-Anhänger gegeneinander, weil der Präsident angekündigt hatte, für eine dritte Amtszeit zu kandidieren, obwohl gesetzlich nur zwei erlaubt sind. Zeitweise war die Situation so gefährlich, "dass wir die Schulen drei Monate lang schließen mussten", sagt Schwester Révocata.

Während sie vorsichtig die derzeitige Situation im Kloster Immaculata beschreibt, scheint es, als würden Schwester Jolande und Schwester Beatrice an ihre Traumata erinnert. 2011 wurden sie bei einem brutalen Überfall schwer verletzt, nach Neuss transportiert und hier mehrfach operiert.

Quelle: NGZ
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