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Neuss
Genossenschaft baut 300 neue Wohnungen

Neuss. Die Vertreterversammlung der GWG gab grünes Licht für weitere Investitionen. Der Rahmen dafür wird aber immer enger. Von Christoph Kleinau

Die Gemeinnützige Wohnungs-Genossenschaft (GWG) hat gerade das ehemalige Telekom-Gebäude an der Fesserstraße gekauft und will dort rund 50 neue Wohneinheiten schaffen. "Die Planungen laufen an", bestätigt GWG-Vorstand Stefan Zellnig, und sein Kollege Ulrich Brombach ergänzt: "Perspektivisch werden wir über 300 neue Wohneinheiten bauen." Der größte private Anbieter von Wohnraum in Neuss will weiter wachsen.

Dass die GWG das Potenzial dazu hat, belegt der Geschäftsbericht für das vergangene Jahr, der gestern Abend im Zeughaus von der Vertreterversammlung beschlossen wurde. Dessen Eckdaten lassen ein kerngesundes Unternehmen erkennen: Bei einer Bilanzsumme von 178,1 Millionen Euro (plus 4,3 Millionen) und Investitionen in der Größenordnung von 11,6 Millionen Euro (minus 4,1 Millionen) wurde ein Jahresüberschuss von 2,1 Millionen Euro erwirtschaft. Der wurde dem Eigenkapital zugeführt, das auf 57,5 Millionen Euro angewachsen ist. Im laufenden Geschäftsjahr, so die Prognose des Vorstandes, wird ein Jahresüberschuss von etwas mehr als einer Million erwartet.

"Wir bauen für Mitglieder und die, die es werden wollen", sagt Zellnig. Dabei bewegt sich das Unternehmen allerdings in einem immer enger werdenden Korridor. Steigenden Baulandpreisen oder strengeren Bestimmungen der Einsparverordnung steht die Selbstverpflichtung gegenüber, die Mieten im Sinne der inzwischen über 4000 Mitglieder bezahlbar zu halten. "Wir werden regelrecht in die Zange genommen", sagt Brombach. Etwas Luft verschaffen der GWG allerdings die derzeit attraktiven Konditionen,mit denen das Land den Bau neuer Wohnungen fördert, und der niedrige Zins am Kapitalmarkt.

3404 Wohnungen haben die GWG aktuell im Bestand, nur eine steht mangels Bewerbern leer. Die Durchschnittsmiete lag Ende Dezember bei 5,86 Euro pro Quadratmeter und damit, so Zellnig, nur knapp über der Summe, die für öffentlich geförderte Wohnungen genommen werden darf. Diese Wohnungen machen rund ein Drittel des Gesamtbestandes aus.

Mit diesem Mietniveau ist die GWG ein echter Sozialpartner der Stadt, sagt Zellnig. In der wird nicht nur das Thema bezahlbarer Wohnraum aktuell heiß diskutiert, vielmehr hat die Politik auch bei allen größeren Bauvorhaben eine Quote von 30 Prozent preiswerter Wohnungen vorgegeben. Diese Forderung würde die GWG schon seit jeher mehr als erfüllen, sagt Zellnig.

Bei der Frage der Unterbringung von Flüchtlingen sieht sich die GWG nicht gefordert. "Wir können nicht auf Kosten der Mitglieder helfen", sagt Zellnig. Zwischenlösungen wie sie am Glehner Weg diskutiert werden, schließe das aber nicht aus.

Dass die Politik der GWG auf die Mitglieder ausgerichtet ist, zeigen nicht nur die insgesamt 4,6 Millionen Euro, die 2014 in Modernisierung, Umbau und Instandhaltung flossen. Auch das Bäderprogramm, das Badezimmer barrierefrei macht, das "Riegelprogramm" zur Bezuschussung von Maßnahmen zur Einbruchsprävention und die Gästewohnung, die Mitglieder für Besucher buchen können, zielen darauf ab, dass die Mieter gerne bei der GWG wohnen - und in ihren Wohnungen auch möglichst lange bleiben können.

Quelle: NGZ
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