| 18.36 Uhr

Neuss
Großeinsatz: Außenlager von "FS Karton" brennt

Feuerwehr bekämpft Großbrand in Karton-Fabrik
Feuerwehr bekämpft Großbrand in Karton-Fabrik FOTO: Andreas Woitschützke
Neuss. Auf dem Gelände von "FS Karton" zwischen Neuss und Heerdt steht seit Freitagmittag das gesamte Außenlager in Flammen. Die Neusser Feuerwehr hat Voll-Alarm ausgelöst und Hilfe aus den Nachbarstädten angefordert. Aus Düsseldorf kam ein Löschboot. Von Kerstin de Haas

Schon von weitem war eine große, gelb-graue Rauchwolke zu sehen, wegen der starken Rauchentwicklung wurde die Bahnstrecke Neuss-Düsseldorf zwischenzeitlich gesperrt. User "Ostwestf4le" schrieb gegen 16 Uhr im Nachrichtenportal Twitter: "Die S8 verkehrt wegen Brand in der Papierfabrik Neuss ohne Halt zwischen Düsseldorf und Neuss. Aber sie fährt."

Die Düsseldorfer Straße (Verbindung zwischen Neuss und Heerdt) wurde komplett gesperrt, auch die Straßenbahn (über Handweiser und Oberkassel nach Düsseldorf) fährt dort nicht mehr. Aufgrund der Sperrung ist ein Verkehrschaos ausgebrochen, Anwohner kommen nicht nach Hause.

Um kurz nach 18 Uhr meldete ein Leser bei RP Online, dass quasi das komplette Barabaraviertel für den Verkehr gesperrt sei: "Selbst Anwohner, die fast einen Kilometer von dem Brand entfernt wohnen, können nicht mehr nach Hause fahren."

300 Rettungskräfte im Einsatz

Bereits eine Stunde nach Einsatzbeginn um 12.25 Uhr waren 100 Wehrleute vor Ort auf dem Gelände der Karton-Fabrik, am Nachmittag waren es bis zu 300 Einsatzkräfte, alle Löschzüge der Stadt Neuss sind im Einsatz. Dennoch hat die Feuerwehr Verstärkung aus Dormagen, Grevenbroich und Düsseldorf angefordert.

Das Feuerwehrlöschboot aus Düsseldorf half vom Hafen aus, eine Wasserversorgung aufzubauen. Kreisbrandmeister Reinhard Seebröker: "So viel Wasser, wie wir entnehmen - das hält kein Hydrantensystem aus."

Das Löschboot liegt am Gelände der Spedition Zietzschmann an der Düsseldorfer Straße. Von dort werden mehrere Wasserleitungen bis zum Brandort verlegt.

Einsatzleiter Heinrich Lambertz, stellvertretender Stadtbrandmeister, schätzt, dass die Brandbekämpfung mehrere Tage dauern kann. Man habe versucht, möglichst viele Papier-Paletten mit Gabelstaplern außer Reichweite zu bringen, große Papiermengen lasse man kontrolliert abbrennen. Das Betriebsgelände wurde vollständig geräumt.

Das Papier im Außenlager könnte sich durch die Hitze am Freitag selbst entzündet haben. Doch das ist nur eine mögliche Ursache, genaueres ist noch nicht bekannt.

Verletzt wurde nach ersten Erkenntnissen niemand.

Die Polizei forderte mit Lautsprechern dazu auf, das Wohnhaus an der Büdericher Straße 13 zu räumen, da ein Übergreifen des Feuers offensichtlich nicht ausgeschlossen werden konnte.

Anwohner aus Meerbusch und Düsseldorf-Stockum melden, dass bei ihnen "Ascheflocken vom Himmel fallen". Ein Leser aus Lothausen schreibt bei RP Online: "Meine Terrasse ist total weiß." "In Unterrath und Lichtenbroich sowie an der Stadtgrenze zu Ratingen ''flockt'' es ebenfalls", schreibt ein weiterer Leser.

Einfluss auf den Flugverkehr wird der Ascheregen aber wohl nicht haben. "Wir starten und landen ganz nach Plan", sagte am Nachmittag Christian Witt, Sprecher des Düsseldorfer Flughafens.

Quelle: NGZ
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