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Neuss
Großes Interesse am neugestalteten Museum

Neuss: Großes Interesse am neugestalteten Museum
Das Innere des Treppenhauses im Sels-Museum ist jetzt genutzt: Auf dem Teppich ist der Grundriss des früheren Römerlagers zu sehen. FOTO: Andreas Woitschützke
Neuss. Neue Farben, neu genutzte Flächen - die Teilnehmer der "Neusser Räume"-Tour bekamen die Veränderungen aus erster Hand erklärt. Von Rudolf Barnholt

"Alles neu macht der Mai", lautet ein Sprichwort. Im Mai wurde das Clemens-Sels-Museum nach anderthalbjähriger Schließung wieder eröffnet. Und wenn auch längst nicht alles neu ist an dem Gebäude aus dem Jahre 1975, so hat sich doch einiges verändert - kein Wunder, dass das Museum in die Veranstaltungsreihe "Neusser Räume" aufgenommen wurde. Die Resonanz war so groß, dass es am 25. Oktober eine weitere Führung geben wird - einige Plätze sind noch frei.

Der Vorher-nachher-Effekt stand im Mittelpunkt bei der Führung durch Museumsleiterin Uta Husmeier-Schirlitz. Sie machte darauf aufmerksam, dass vor allem Haustechnik erneuert und Brandschutz verbessert wurden und das Gebäude schon alleine deshalb kaum angetastet wurde, weil es unter Denkmalschutz stehe.

Die erste Änderung fällt sofort ins Auge: Der Eingangsbereich ist durch die Verlegung des Museumsshops deutlich großzügiger geworden. Geblieben sind die Halbetagen und Zwischengeschosse - Architekt Harald Deilmann folgte damit dem damaligen Zeitgeist. Im Untergeschoss ist jetzt erstmals die Fläche im Lichthof des imposanten Treppenhauses begehbar. Die Besucher betreten dort einen schwarzen Teppich mit einem einzigartigen Muster: dem Grundriss des ehemaligen Römerlagers.

In den angrenzenden Räumen wurden Vitrinen aus Plexiglas statt aus Glas angeschafft. "Jedes Glas hat einen Grünstich, die Farben der Exponate in einer Plexiglasvitrine sind authentischer", erklärte die Museumsleiterin.

Während im Treppenhaus die Farbe Weiß dominiert, hat jeder Ausstellungsraum jetzt eine andere Farbe. Die jeweils richtige zu finden, ist das Ergebnis eines ebenso sorgfältigen wie langwierigen Entscheidungsprozesses. Ein Beispiel: Dort, wo früher die Bibliothek war, haben jetzt die Naiven ihren Raum: "Die Naive Malerei ist von solcher Strahlkraft, dass wir ihr ein Gelb als Wandfarbe zugemutet haben", sagte Husmeier-Schirlitz.

Hellblau sind die Wände gestrichen, an denen die Expressionisten hängen. Im Grafischen Kabinett entschied man sich für ein Grau. Im zweiten Obergeschoss hängt die Clemens-Sels-Sammlung in einem Raum mit drei Deckenhöhen. Hier gibt es grüne Wände.

Im zweiten Stock, in dem ursprünglich die Büros untergebracht werden sollten, finden auch die Wechselausstellungen statt. Die nächste ist Bert Gerresheim gewidmet.

Im gesamten Museum gibt es ein ausgeklügeltes Zusammenspiel von Luftbe- und Entfeuchtern. Sie fangen Schwankungen auf, halten die Luftfeuchtigkeit bei konstant 50 Prozent. Exklusiv konnten die Teilnehmer der "Neusser Räume"-Tour auch das Fluchttreppenhaus erkunden und von dort aus einen Blick in den Park werfen.

Quelle: NGZ
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