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Neuss
Grünflächenamt stellt ein und beschäftigt Flüchtlinge

Neuss. Nachdem die Verwaltung Alarm geschlagen hatte, hat das Grünflächenamt inzwischen wieder acht seiner 14 unbesetzten Planstellen an neue Mitarbeiter vergeben. Sechs weitere seien inzwischen über den externen privaten Dienstleister AWL beschäftigt, sagte Umweltdezernent Matthias Welpmann gestern im Personalausschuss. Angesichts des derzeitigen Personalmangels kümmerten sich die Mitarbeiter des Grünflächenamtes vorwiegend um die sicherheitsrelevanten Arbeiten, während Maßnahmen, die der Ästhetik dienten, hintangestellt würden.

Die Verwaltung will bis Herbst 2017 ein Grünflächenkataster erstellen, das festlegt, welche Arbeiten vom Grünflächenamt erledigt werden müssen. "Dann müssen wir uns entscheiden, wo wir einen englischen Rasen und wo wir das Grün wilder wachsen lassen wollen", sagte Bürgermeister Reiner Breuer (SPD). Bislang sei das Grünflächenamt auch systematisch vorgegangen - aber es sei nirgendwo festgeschrieben, welche Arbeiten erledigt werden müssen, sagte Umweltdezernent Welpmann. Mit Hilfe des geplanten Katasters sei es leichter zu bestimmen, welche Arbeiten aufgrund eines Personalmangels liegenbleiben. Bis das Kataster fertig ist, sollen zunächst keine weiteren Mitarbeiter im Grünflächenamt eingestellt werden. Aber die Stadt will 15 Flüchtlinge für mindestens ein Jahr an den Arbeiten des Grünflächenamts beteiligen. Dies soll im Rahmen des Arbeitsmarktprogrammes "Flüchtlingsintegrationsmaßnahmen" (FIM) erfolgen.

Roland Sperling (Die Linke) wies im Ausschuss darauf hin, dass Flüchtlinge im Rahmen des FIM nur zusätzliche Arbeiten erledigen und nicht die Arbeit fehlender Verwaltungsmitglieder machen dürfen. Breuer versicherte, Flüchtlinge würden keine Arbeiten der städtischen Mitarbeiter übernehmen, konnte auf Nachfrage aber keine Maßnahmen nennen, in die Flüchtlinge eingebunden werden könnten.

Bei der Verwaltung herrscht eine hohe Fluktuation: Laut Personaldezernentin Dolores Burkert haben 98 Mitarbeiter die Verwaltung vergangenes Jahr verlassen. Lediglich 70 Stellen seien neu besetzt worden. Dieses Jahr seien allerdings 63 ausgeschieden und 119 neu eingestellt worden. Damit wolle man den stetigen Anforderungen an die Verwaltung begegnen.

(bel)
 
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