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Neuss
Gymnasium feiert die Integration

Neuss: Gymnasium feiert die Integration
Eine bunte Schule: Kinder aus 28 Ländern gehen auf das Neusser Humboldt-Gymnasium. FOTO: woi
Neuss. Das Alexander von Humboldt Gymnasium ist stolz auf die Vielfalt seiner Schüler, die aus 28 verschiedenen Ländern stammen. Auch das heutige Schulfest steht im Zeichen der Integration, die sich das Gymnasium zum Ziel gesetzt hat. Von Hanna Koch

Bunte Plakate haben die Schüler des Alexander von Humboldt Gymnasiums gemalt, es sind die Flaggen ihrer Heimatländer. Ihr Lehrer Markus Wölke ruft sie einzeln auf: Italien, Sri Lanka, Türkei, Russland – bei jedem Ruf reckt sich mindestens eine Hand in die Höhe – denn Schüler aus 28 Ländern lernen am Humboldt-Gymnasium gemeinsam. "Gelebte Integration", findet Wölke, der für den heutigen Abend ein Schulfest unter dem Motto "Gemeinsam lernen, gemeinsam feiern" organisiert hat.

"Bei uns in der Schule wird viel für die Integration getan", meint Yitian Di. Der 15-Jährige stammt ursprünglich aus China, am Humboldt-Gymnasium besucht er die neunte Klasse. Toleranz und Respekt vor anderen Kulturen, das ist dem Neuntklässler für ein gutes Miteinander wichtig. Auch Schulleiter Gerhard Kath und sein Kollegium werben für ihr "internationales" Gymnasium und dafür, Potenziale junger Menschen mit Migrationshintergrund zu erkennen und besser zu fördern. "Interkulturelles Lernen ist die Zukunft", sagt Kath mit Hinblick auf eine Gesellschaft, in der immer mehr Menschen eine Zuwanderungsgeschichte haben. Das Gymnasium hat darauf mit gezielter Sprachförderung reagiert, die den Einstieg ins Gymnasium ab der fünften Klasse erleichtern soll. "Direkt am Anfang des Schuljahres machen alle fünften Klassen eine dreitägige Klassenfahrt, jeweils mit ihren Klassenlehrern", erzählt Kath. Dort sollen die Schüler ihre künftige Klasse kennen lernen und bei der Fahrt ihre Klassengemeinschaft stärken. Kath hat sich darüber hinaus zum Ziel gesetzt, gerade Schülern mit Migrationshintergrund zu zeigen, dass sie an seiner Schule gerne aufgenommen werden, dass Verständnis da ist und der Wille, sie zu fördern in Fächern, in denen es noch hapert. Stolz ist der Schulleiter darauf, jedes Jahr Schüler mit Einser-Abitur vorweisen zu können, die nicht in Deutschland geboren sind.

Schnittstelle für die gezielte Förderung von Migranten ist nicht nur die fünfte, sondern auch die zehnte Klasse, wenn die Realschüler zum Gymnasium wechseln. "Oft kommen Schüler zu uns, die Zuwanderer in der zweiten oder dritten Generation sind und jetzt den Bildungsaufstieg schaffen", sagt Kath.

Die Schule, die auch im Religionsersatzunterricht Wert darauf legt, die Kinder interkulturell zu unterrichten, kann im Schulalltag auf die Unterstützung der Elternpflegschaft zählen kann – auch dort sind Eltern aus vielen verschiedenen Ländern vertreten. "Es ist toll zu sehen, wie nicht nur bei den Kindern Freundschaft über kulturelle Grenzen hinweg entstehen, sondern auch bei den Erwachsenen", sagt Markus Wölke, der sich auch heute beim Schulfest auf die Eltern freut: Die bieten nämlich ein Buffet mit Köstlichkeiten aus 28 Ländern an.

Quelle: NGZ
 
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