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Rhein-Kreis Neuss
Handwerker: Sorge um Nachwuchs dämpft beste Konjunktur-Laune

Rhein-Kreis Neuss. Die Stimmung bei den Handwerksbetrieben im Rhein-Kreis Neuss ist so gut wie seit 2004 nicht mehr. 89 Prozent der Unternehmer beurteilen ihre derzeitige Geschäftslage mit "gut" oder "befriedigend", und die allermeisten Betriebe gehen auch davon aus, dass das so bleibt. Das geht aus einer aktuellen Konjunktur-Umfrage der Handwerkskammer hervor. 16 Prozent der Handwerksunternehmer gehen von steigenden Umsätzen in den kommenden fünf Monaten aus, die Auftragsbücher sind im Schnitt auf gut fünf Wochen hinaus gefüllt. "Diese Entwicklung ist ausgesprochen gut", sagt Paul Neukirchen, Hauptgeschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Niederrhein. Von Andreas Gruhn

Die rund 5000 Handwerksbetriebe im Rhein-Kreis Neuss erwirtschaften jährlich einen Umsatz von etwa 1,9 Milliarden Euro. Das ist im Bezirk der Kreishandwerkerschaft ein Spitzenplatz. "Der Rhein-Kreis ist weit vorne, was die Wirtschaftsleistung angeht", sagt Neukirchen. Das gute Klima ziehe sich durch alle Gewerke im Ausbaugewerbe (Tischler, Maler und Lackierer, Elektroniker, Sanitär- und Heizungsbauer) und im Bauhauptgewerbe (Maurer und Betonbauer, Dachdecker, Zimmerer, Straßenbauer). Grund ist das weiter niedrige Zinsniveau, das viele zum Hausbau oder zur energetischen Sanierung animiert.

Dennoch sind die Handwerker nicht frei von Sorge. Die Zahl der Beschäftigten liegt konstant bei etwa 20 200. "Es könnten mehr sein, aber viele Betriebe haben Probleme, qualifizierte Mitarbeiter zu bekommen", sagt Wilhelm Prechters, stellvertretender Kreishandwerksmeister. "Wir brauchen dringend qualifizierten Nachwuchs, weil im Moment viele hochqualifizierte 63-Jährige in den Ruhestand gehen." Schulabgänger mit guten Abschlüssen wählen oft den Gang an die Hochschule oder Uni statt in eine duale Berufsausbildung. Deshalb hat die Kreishandwerkerschaft das triale Studium Handwerksmanagement mit der Hochschule Niederrhein aufgelegt und versucht, Studienabbrecher stärker für den Weg ins Handwerk zu begeistern. "Wir versuchen, dies über viele Wege zu implementieren", sagt Neukirchen. "Denn es ist nicht einfach, Studienabbrecher zu identifizieren."

Quelle: NGZ
 
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