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Neuss
Handwerksmeister debattieren mit Laschet

Neuss: Handwerksmeister debattieren mit Laschet
Armin Laschet mit Kammerpräsident Andreas Ehlert (r.). FOTO: a. tinter
Neuss. Immer mehr Bürokratie, immer weniger Auszubildende und die große Aufgabe der Flüchtlings-Integration - das sind Dinge, mit der sich auch Handwerksbetriebe verstärkt beschäftigen müssen.

Von einem "Aufbruch für Nordrhein-Westfalen" spricht der NRW-Chef der CDU und Landtags-Oppositionsführer Armin Laschet. Der Politiker stand jetzt im Mittelpunkt der 19. Obermeisterkonferenz der Handwerkskammer Düsseldorf, zu der sich rund 150 Innungs-Vorsitzende im Zeughaus trafen.

Als ehemaliger Integrationsminister sprach Armin Laschet die Vorbildfunktion der Handwerksbetriebe an. "Die Integration von Flüchtlingen ist eine große gesellschaftspolitische Aufgabe", betonte der CDU-Landeschef und erklärte: "Das, was das Handwerk leistet, ist auch Bildung." In den vergangenen Jahren sei der Bildungsstand seiner Ansicht nach zu stark an der Zahl der Abiturienten und Hochschulabsolventen in den einzelnen Ländern gemessen worden. Der 54-Jährige machte in diesem Zusammenhang darauf aufmerksam, welche Chancen auch in der Ausbildung von Migranten stecken - gerade mit Blick auf den demografischen Wandel und der damit verbundenen Überalterung der Gesellschaft.

Doch natürlich ging es bei der Obermeisterkonferenz nicht nur um das Thema Integration. Gastredner Laschet deckte in seinem Vortrag so ziemlich alle Themen ab, die die Handwerksbranche momentan beschäftigen. Er warnte unter anderem vor zu viel Bürokratie. "Die Landesregierung überreglementiert", sagte der Christdemokrat. Er fürchte, dass zu viele Regeln etwa in Ausschreibungsverfahren gerade bei kleineren Handwerksbetrieben eine abschreckende Wirkung hervorrufen könnten. Und nicht nur das: "Auch die Erhöhung der Grunderwerbssteuer ist Gift für das Handwerk", sagte Armin Laschet. Sie könne potenzielle Eigentümer nur entmutigen.

Der ehemalige Staatsminister übte weiter Kritik an der rot-grünen Landesregierung und sprach in Sachen Verkehrsinfrastruktur von einem "Wettbewerbshindernis". Als Beispiel nannte er unter anderem die für schwere Fahrzeuge gesperrte Rheinbrücke bei Leverkusen. "NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft darf dort mit ihrem gepanzerten Dienstwagen nicht mehr langfahren, weil er zu schwer ist", erzählte Laschet. Er fordert, Prioritäten zu setzen. Inzwischen sei die Infrastruktur in östlichen Bundesländern teils besser als im Westen.

(cka)
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