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Neuss
Heimatfreunde ehren UN-Botschafter

Neuss: Heimatfreunde ehren UN-Botschafter
Christoph Heusgen (2. v. l.) mit der Ehrenmedaille der Heimatfreunde, v. l.: Heinz-Günther Hüsch, Christoph Napp-Saarbourg und Stephan Meiser. FOTO: Woi
Neuss. Neusser Christoph Heusgen lobt "lokale Bühne" als "nützlich für die Weltpolitik". Von Ludger Baten

Ob Zufall oder Regie, die Zuordnung besaß Symbolkraft. Christoph Heusgen (62), der neue deutsche Botschafter bei den Vereinten Nationen, saß vor dem Heimatfreunde-Logo mit dem Leitspruch des Vereins: "Mit Neuss verbunden". Treffender kann es niemand formulieren. Obwohl Christoph Heusgen seit 1973 nicht mehr in der Stadt wohnt, in der seine Eltern vor 60 Jahren die Sebastianus-Apotheke an der Niederstraße eröffneten, so ist doch sein Bezug zur Familie, zu Freunden, ja zur Stadt Neuss ist niemals abgerissen.

"Das Neusser Schützenfest ist das schönste Wochenende im Jahr", sagt Heusgen, der vor mehr als vier Jahrzehnten in der Gründerunde des Schützenlustzuges "Nur so" saß. Gestern zeichneten ihn die Heimatfreunde mit der Ehrenmedaille ihrer Vereinigung aus. Die erhielt eine Persönlichkeit, der in Augen des Vorsitzenden Christoph Napp-Saarbourg "stur, still und leise für eine wertgebundene Außenpolitik" arbeite. Der so Gelobte nahm die Auszeichnung strahlend entgegen und versprach, die Ehrenmedaille werde in seinem New Yorker Büro ihren Platz finden. Bei dieser Gelegenheit verriet er zudem, dass er in der Residenz des deutschen Botschafters bereits einen Neuss-Raum eingerichtet habe. Seine "Nur so"-Kameraden ermunterte er, ihn zu besuchen, denn im Grunde sei er, fügte er augenzwinkernd hinzu, nur nach New York gegangen, damit sein Zug demnächst einmal bei der Steubenparade mitmarschiere.

Mit Amtsantritt holte Angela Merkel 2005 Christoph Heusgen ins Kanzleramt. Als Außen- und Sicherheitspolitischer Sprecher wurde der Neusser ihr Chefdiplomat - und er blieb es bis in diesen Tagen, ehe er am 1. Oktober seinen Dienst bei den Vereinten Nationen offiziell antritt. Heusgens weltweites Netzwerk ermöglicht es, dass viele Botschafter in Neuss zu Gast sind. Er knüpft die Kontakte, so dass auf den früheren Festlichen Abend der Stadt, das Burgundermahl oder auch die Königsparade zum Schützenfest regelmäßig diplomatischer Glanz fällt. Für Heusgen ist die "lokale Bühne nützlich für die Weltpolitik". Und so schloss er seine Erwiderung auf die Laudatio mit einem Zitat frei nach US-Präsident Trump: "Neuss first!"

Quelle: NGZ
 
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