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Interview Heinrich Thiel
Heimatgefühl in der Nordstadt fördern

Interview Heinrich Thiel: Heimatgefühl in der Nordstadt fördern
Der Nikolausmarkt ist die nächste große Aktion des Initiativkreises Nordstadt. Er findet vom 3. bis 6. Dezember auf der Neusser Weyhe statt. FOTO: Andreas Woitschützke
Neuss. Der Initiativkreis Nordstadt wurde für sein Engagement vom Kreisheimatbund ausgezeichnet - und plant weitere Aktionen.

Der Initiativkreis Nordstadt ist jetzt vom Kreisheimatbund für sein langjähriges Engagement zur Förderung der Heimat in seinem Stadtteil ausgezeichnet worden. Was bedeutet der Preis für Sie?

Thiel Wir freuen uns sehr darüber. Der Preis belohnt die ehrenamtliche Arbeit unserer Mitglieder, die oft sehr zeitaufwändig ist.

Was ist Ziel des Initiativkreises?

Thiel Wir wollen die Bewohner der Nordstadt zusammenzubringen. Unser Motto lautet: "Bürger der Nordstadt - wir wachsen zusammen". Der Verein, der vor 20 Jahren gegründet wurde, hat insgesamt 300 Mitglieder. Menschen jeden Alters, wobei wir bemüht sind, jüngere auf unsere Aktivitäten neugierig zu machen und als Mitglieder zu gewinnen.

Was bieten Sie?

Thiel Unsere Arbeit ist in vier Arbeitskreise aufgeteilt. Sie organisieren zum Beispiel regelmäßig Mundartstammtische, die Aktion "Literatur vor Ort", Atelierbesuche, Radtouren unter dem Titel "Tour de Furth" oder - jetzt ganz aktuell - den Nikolausmarkt vom 3. bis 6. Dezember. Für jüngere Nordstädter sind neue Angebote in Planung, unter anderem Geocaching in der Nordstadt. Dazu wollen wir über Facebook Spiele organisieren.

Was ist beim Nikolausmarkt geplant?

Thiel Die Vorbereitungen laufen schon das ganze Jahr. Es werden wieder 40 Buden auf der Neusser Weyhe stehen. Es handelt sich um einen Markt von Furthern für Further. Die Organisatoren arbeiten beim Aufbau eng mit Unternehmen aus unserem Stadtteil zusammen. Die umfangreichen Arbeiten zum Aufbau des Streichelzoos bilden den Auftakt. Mit Kranwagen und Steiger werden das Wahrzeichen, der Nikolaus, an der Giebelwand der Volksbank angebracht und der große Torbogen aufgestellt. Es gibt eine große Bühne, ein Kinderkarussell und der Nikolaus eröffnet den Markt. Auch für Flüchtlingskinder wollen wir etwas bieten und sie über den Markt führen. Wie alle Kinder, werden sie dann einen Weckmann erhalten.

Wie sieht ein Heimatverein den Flüchtlingszustrom?

Thiel Ich hatte es schon auf der Bürgerinformation zum Flüchtlingsheim am Nordbad gesagt: Jeder Neusser liebt seine Heimat. Deshalb haben wir vielleicht so viel Verständnis dafür, wenn andere gezwungen sind, ihre Heimat zu verlassen.

Welche Meilensteine hat der Initiativkreis Nordstadt in den vergangenen zwei Jahrzehnten gesetzt?

Thiel Der Nikolausmarkt ist sicherlich einer. Wir haben aber auch Ideen für die Umgestaltung der südlichen Furth vom Berliner Platz bis zum Bahnhof geliefert, uns mit Erfolg für die Wiederbeleuchtung der dunklen Bahnhofsunterführung und den Erhalt des Freibades Nordpark eingesetzt. Aber auch der geplante Skulpturenpfad im Nordpark nimmt immer mehr Form an. Eine Skulptur des Künstlers Viktor Nono wurde bereits aufgestellt, das Fundament für die nächste Skulptur von Jürgen Zaun ist bereits in Auftrag gegeben.

Was soll der Skulpturenpfad symbolisieren?

Thiel In der Nordstadt gibt es zahlreiche Künstler und auch Kunstwerke im öffentlichen Raum. Mit dem Skulpturenpfad, der von Beate Pricking initiiert wurde, komplettieren wir das Band, das mit dem Denkmal für Hermann-Josef Dusend beginnt und sich mit unseren beiden Skulpturen fortsetzt. Satzungsgemäß versuchen wir unseren Stadtteil durch die Kunstwerke attraktiver zu machen um so auch Menschen von auswärts in unseren Stadtteil anzulocken.

Mit welchem Rezept geht der Initiativkreis Nordstadt in die Zukunft?

Thiel Ansprechpartner zu sein für Stadtgestaltung, aktive Freizeitgestaltung in den Arbeitskreisen und somit Vermittlung von Heimatgefühl. Wir wollen die Gewissheit vermitteln: Hier kennt man sich und fühlt sich wohl!

SUSANNE GENATH FÜHRTE DAS GESPRÄCH.

Quelle: NGZ
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