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Neuss
"Hell's Angels" bleiben von Untersuchungshaft verschont

Neuss. Im Oktober 2014 hatte die Polizei ein Neusser Mitglied der Rockergruppe "Hell's Angels" festgenommen, weil der damals 27-Jährige mit einem anderen Rockermitglied aus Dinslaken einen Oberhausener Geschäftsmann erpresst haben soll. Noch immer will die Staatsanwaltschaft aber nichts zu den Hintergründen preisgeben. "Die Ermittlungen in dem Fall dauern noch an", teilt Staatsanwältin Anna Christiana Weiler auf Anfrage mit. "Die Beschuldigten sind weiter unter Erfüllung von Auflagen vom Vollzug der Untersuchungshaft verschont."

Sowohl der Neusser als auch der Dinslakener sollen der "Hell's Angels"-Gruppierung "Nomads Turkey" (zu Deutsch: türkische Nomaden) angehören. Sondereinsatzkräfte und Zivilfahnder hatten vor knapp einem Jahr eine geplante Geldübergabe in Oberhausen zunichte gemacht und dabei die zwei Männer festgenommen. Bei den anschließenden nächtlichen Durchsuchungen der Wohnungen und Autos fanden die Ermittler große Summen Bargeld und Waffen, darunter eine Machete. Aus dem Zweifamilienhaus in Weckhoven transportierten sie einen großen Sack mit Beweismaterial ab. Bei den Durchsuchungen wurde die Polizei von Spürhunden unterstützt.

Schon kurz nach der Festnahme waren die Haftbefehle außer Vollzug gesetzt worden. Die beiden Männer, die der Polizei bereits durch ähnliche Straftaten bekannt waren, müssen sich regelmäßig bei den Beamten melden und sich von dem Oberhausener Opfer fernhalten.

Der Grund für die Erpressung wurde noch nicht bekannt gegeben. Die "Hell's Angels" werden wie andere Rockergruppierungen mit Menschen-, Drogen- und Waffenhandel in Verbindung gebracht. Die Rocker bestreiten dies. In Neuss hat die Gruppierung der Polizei zufolge kein eigenes Vereinsheim.

(sug)
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