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Neuss
Helpensteiner zahlen "flüssiges Lösegeld" für ihren Hahn

Neuss: Helpensteiner zahlen "flüssiges Lösegeld" für ihren Hahn
Der stolze Hahn - nach der Samstagsparty fehlte das Plastiktier. FOTO: NN
Neuss. Da war er weg, der Hahn. Die Helpensteiner Schützen hatten das rund zwei Meter hohe Plastiktier erst vor zwei Wochen gekauft und als Symbol vor den Eingang ihres Festzeltes gestellt. Gleich am ersten Partyabend war es verschwunden. Und so war gestern das Rätselraten groß, wo das Federvieh abgeblieben sein könnte.

Eine Vermutung bestätigte sich schließlich: "Die Münchrather Schützen hatten es", berichtete Martin Kluth, seit 39 Jahren Präsident der "Fidelen Brüder". "Heute wird der Hahn wieder da sein." Das In-Aussicht-Stellen eines Lösegeldes in Form von Bier habe einen gewissen Anstoß gegeben.

Trotz der Widrigkeiten - die Helpensteiner mussten erneut auf Böllerschüsse zur Eröffnung ihrer Kirmes verzichten, diesmal aber geplant wegen des tragischen Unfalls im Sauerland - war die Stimmung bei den "Fidelen Brüdern" gut. Die Gäste ließen es sich bereits am Freitagabend bei der Residenzeröffnung gut gehen. Am Samstag ging es mit dem Umzug des Tambourcorps Speck weiter.

Ihm folgte die Krönung von Hahnenkönig Daniel Thomas Küppers, der sich im vergangenen Jahr sozusagen in letzter Sekunde für das Amt beworben hatte, auf Wunsch seiner Lebensgefährtin Nadine Masson. "Wir haben ein wunderbares Königspaar", lobte Martin Kluth. Anschließend wurde kräftig gefeiert. 500 Gäste waren dem Präsidenten zufolge in dem Festzelt - dabei leben in Helpenstein nur 370 Menschen. "Das gabe es noch nie", sagte der Präsident.

Der Kirmessonntag begann mit der Totenehrung. Ein musikalischer Frühschoppen mit dem TC Speck und dem Musikverein Holzheim folgte. Hier standen die Jubilare im Mittelpunkt: Heinz Ervenich ist seit 60 Jahren im Verein. Heinz-Josef Telmen, Tambourmajor des Tambourcorps Speck, feierte goldenes Jubiläum. Doch es lag auch ein Schatten über dem Fest: Am Dienstag war der Ehrenvorsitzende, Hermann-Josef Bongards, im Alter von 79 Jahren gestorben - "nicht, ohne seinen Söhnen das Versprechen abzunehmen, ordentlich Kirmes zu feiern", so Kluth, der während des Frühschoppens um eine Schweigeminute bat.

Heute Nachmittag geht es beim Hahneköppen darum, einen neuen König zu ermitteln. Königin Nadine wird am Dienstagabend gekrönt.

(vest)
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