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Herzwoche: Faktor Zeit ist entscheidend

Neuss: Herzwoche: Faktor Zeit ist entscheidend
Sprachen über Herzerkrankungen und Heilungsmöglichkeiten (v.l.): Marc Zellerhoff, Moderatorin Ruth Wiedner, Dr. Hubertus Degen, Dr. Frank Bernhöft, Dr. Dirk Krause, Professor Michael Haude und Koordinator Günter Kopp. FOTO: Andreas Woitschützke
Neuss. Koronare Herzerkrankungen sind das Thema der diesjährigen Herzwoche. Zum Auftakt kamen 300 Zuhörer ins Sparkassen-Forum. Weitere Veranstaltungen im Rhein-Kreis stehen schon fest. Von Ute Böhm

Das Herz, gerne auch etwas lieblos als Pumpe bezeichnet, ist das Organ, das uns in Schwung hält. Wird es durch eine koronare Herzerkrankung nicht mehr richtig versorgt, wird die Lage schnell kritisch. Mit den Herz-Wochen begann am Mittwochabend eine Informationsreihe, die von Fachleuten der Herzstiftung für Patienten und Interessierte vorbereitet wurde. Die Macher des Herz-Seminars setzen vor allem auf Aufklärung über Herzerkrankungen und deren Ursachen, wann der gefürchtete Herzinfarkt auftritt, was in diesem Falle zu tun ist und wie die Behandlung aussehen kann.

Professor Michael Haude, Chefarzt im Lukaskrankenhaus, zeigte sich beeindruckt: Mehr als 300 Zuhörer hatten den Weg ins Sparkassen-Forum gefunden. Sie lauschten nicht nur den Vorträgen, sondern nutzten auch die Gelegenheit, gezielt Fragen zu stellen. Haude wiederum präsentierte die Herzstiftung, eine Patientenorganisation, die mit ihren 90.000 Mitgliedern über Herzerkrankungen aufklären möchte und Ansprechpartner für Betroffene ist.

Dr. Dirk Krause, Oberarzt am Lukaskrankenhaus, erklärte in seinem Vortrag, wie es zu einer koronaren Herzerkrankung und zu einem Herzinfarkt kommen kann. Wenn es in den Herzkranzgefäßen zu Ablagerungen, der Arteriosklerose, kommt, spricht man von einer koronaren Herzerkrankung. Diese gehört in Deutschland zu den häufigsten Todesursachen, betonte Krause. Werde ein so verengtes Herzkranzgefäß durch einen Thrombus plötzlich verschlossen, wird das Herz nicht mehr richtig versorgt und Herzmuskelgewebe geschädigt. Symptome sind starke Schmerzen im Brustkorb, ein Engegefühl, Übelkeit, Schwäche. Treten diese Symptome auf, ist Eile geboten.

Die Rettungsdienste stellte Marc Zellerhoff vor, der ärztliche Leiter des Rettungsdienstes im Rhein-Kreis. Sie sind die Schnittstelle zwischen Patient und Krankenhaus. Zellerhoff warb dafür, bei Alarmanzeichen nicht zu zögern und über die Notrufnummer 112 die Leitstelle zu kontaktieren und die Situation zu schildern. Sie koordiniert den Einsatz der 18 Rettungswagen und fünf Notarztfahrzeuge im Kreis, die etwa 200 Mal am Tag ausrücken. Schon im Rettungswagen beginnt die Zusammenarbeit von Notärzten und Krankenhaus, denn das EKG des Patienten wird direkt ans Krankenhaus übermittelt, so dass dort schon alle Vorbereitungen getroffen werden können.

Diese Zeitersparnis ist für Dr. Hubertus Degen, leitender Arzt am Lukaskrankenhaus, wesentlich. Denn je kürzer der Zeitraum von den ersten Symptomen bis zu einer möglichen Öffnung des Gefäßes ist, um so besser sind danach die Genesungschancen.

Seit 2007 werden im Rahmen des Infarktnetzwerks die Daten vom Fahrzeug übermittelt. Die Zahlen sprechen dabei für sich. Die Patienten werden schneller behandelt. "Das Infarktnetzwerk scheint zu funktionieren", konstatierte Degen. Auch die Zeit, die bis zum Notruf vergeht, hat sich verringert. "Das heißt: Unsere Aufklärungsarbeit kommt an", stellte Degen fest.

Um den Infarkt zu verhindern, warb der niedergelassene Kardiologe Dr. Frank Bernhöft für eine gesündere Lebensweise. Sport, eine gesunde Ernährung, wenig Stress und keine Zigaretten gehören zu den beeinflussbaren Faktoren für eine Herzerkrankung, sagte er.

Quelle: NGZ
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