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Abitur in Neuss
Heute feiern die Abiturienten anders

Abitur in Neuss: Heute feiern die Abiturienten anders
Scott Otte feiert ist einer der 136 Abiturienten am Gymnasium Norf. Diese Woche feiern die Schüler ihre letze Schulwoche mit täglich wechselnden Mottos. Hier stellt der Abiturient den „Held seiner Kindheit“ dar: Willi. FOTO: Urs Lamm
Neuss. Jutta Stüsgen machte 1982 ihr Abitur am Marienberg-Gymnasium. An ihre Abi-Zeit hat sie nur gute Erinnerungen. Scott Otte (18) feiert in diesen Tagen seine letzte Schulwoche am Gymnasium Norf. Von Lena Köhnlein

Scott Otte feiert in diesen Tagen seine Mottowoche am Norfer Gymnasium. Für jeden Tag haben sich die Abiturienten ein besonderes Kostüm einfallen lassen. Heute stehen die "Helden deiner Kindheit" auf der Tagesordnung. "Ich bin als Willi aus der Kinderserie Biene Maja verkleidet", sagt der 18-Jährige. Um ihn herum tummeln sich Fußballspieler, eine Barbie und Comicfiguren.

Jutta Stüsgen erinnert sich gerne an ihre Schulzeit. NGZ-Foto: woi (Archiv) FOTO: Woitschützke

Nach den Osterferien beginnt die heiße Abiturphase. Heute wie schon vor 20 Jahren fühlen die Schüler kurz vor dem Ende ihrer Schulzeit Wehmut, Nervosität und Anspannung. Dennoch gibt es Unterschiede zwischen beiden Generationen. Denn so farbenfroh war es 1982 auf dem Marienberg-Gymnasium nicht.

Mottowoche in Neuss 2015: "Helden der Kindheit" am Gymnasium Norf FOTO: Urs Lamm

Jutta Stüsgen hatte zu der Zeit ihr Abitur gemacht. Eine Mottowoche gab es nicht. Trotzdem ist der heute 51-Jährigen die Tradition nicht fremd. "Ich sehe von meinem Büro aus die Schüler des Quirinus-Gymnasiums in ihrer närrischen Verkleidung. Die Mottowochen finde ich eine gut", sagt sie. Wen wundert es, dass sich Stüsgen als amtierende Novesia für Verkleidungen begeistern kann? Auch wenn es 1982 keine Mottowochen gab: Gefeiert hätten sie trotzdem, erzählt Stüsgen. "Vor allem auf unserer Abschlussfeier im ehemaligen Tanzsaal der Bürgergesellschaft." So habe man im Laufe seiner Schulzeit "ganz selbstverständlich" einen Tanzkurs, meistens in der Tanzschule Hopp-Schneidt, besucht. "Ich erinnere mich noch an unseren Spruch: ,Bei Hopp-Schneidt lernst du schneidig hopsen", sagt sie und lacht. Früher fand die Feierei nach dem Abitur statt.

Mottowoche 2016: Zurück in die 90er mit dem Alexander-von-Humboldt-Gymnasium FOTO: Laura Sandgathe

Dass sie die letzte Schulwoche nicht gefeiert haben, bedauert Stüsgen ein wenig. "Ich finde es eine gute Idee, an den letzten Schultagen etwas Besonderes zu machen." Zumal es den Unterricht nicht stören würde, betont Scott Otte. "Es gibt Regeln und an die halten wir uns auch." Abends würden sie sich dann mit den anderen Schulen auf dem Markt treffen. Das Lernen für die Prüfungen kommt in der Zeit etwas zu kurz. "Dafür lernen wir ,hardcore' in den Osterferien." Traurig über das Ende der Schulzeit ist Otte trotzdem. "In dieser Konstellation kommen wir nach den Osterferien ja nicht mehr zusammen." Und auch Jutta Stüsgen erinnert sich daran, dass der Abschied wehmütig gewesen sei. "Ich hatte eine schöne Schulzeit."

Eines haben beide gemeinsam: Das Thema Schule spielt weiter eine wichtige Rolle in ihrem Leben. So fängt Scott Otte an, Lehramt zu studieren, und Jutta Stüsgen unterrichtet an der Berufsschule. Außerdem durfte die Neusserin die Mottowochen noch einmal bei ihren Söhnen, heute 26 und 28, miterleben. "Ich fand es witzig, dass sie sich verkleidet haben, und habe ihnen auch geholfen, die Utensilien zu besorgen."

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