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Neuss
Hilfe für depressive Sportler

Neuss. Am St. Alexius kümmert sich ein Team um Sportler mit psychischen Problemen. Von Tim Harpers

Das St.-Alexius-Krankenhaus bietet seit kurzer Zeit ein besonderes Beratungsangebot für Leistungssportler an. "Unsere Sportler-Sprechstunde richtet sich an Freizeit- und Leistungssportler, die in besonderem Maße physischen und psychischen Belastungen ausgesetzt sind", sagt Dr. Renate Jackstadt, Leitende Oberärztin Allgemeinpsychiatrie. "Seelische Erkrankungen wie Depressionen, Essstörungen und Ängste treten bei Profisportlern ebenso häufig auf wie bei der übrigen Bevölkerung." Der Druck als öffentliche Person, keine Schwäche zu zeigen, führe jedoch dazu, dass psychische Probleme von Athleten selten thematisiert werden." Beim St. Alexius setzt man aus diesem Grund ganz besonders auf Diskretion. "Wer sich an uns wendet, kann sich sicher sein, dass davon auch nichts nach außen dringt", sagt Jackstadt.

Um bestmögliche Ergebnisse zu garantieren, arbeiten die Psychologen des Krankenhauses mit dem Referat für Sportpsychiatrie und -psychotherapie der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde zusammen. "Unsere Psychologen haben sich dort weitergebildet", sagt die Leitende Ärztin. "Unsere Mitarbeiter haben sich beim Referat das fachliche Know-How angeeignet, um bestmöglich helfen zu können."

Eine Psychologin im Team war früher selbst Leistungssportlerin: Antje Hill, mehrfache deutsche Meisterin und Weltmeisterschafts-Zweite im Voltigieren, weiß daher besonders gut, mit welchen Problemen Profi-Sportler zu kämpfen haben. "Im Leistungssport hängt oft die berufliche Zukunft mit dem sportlichen Erfolg zusammen", sagt sie. "Über Probleme zu sprechen, fällt vor diesem Hintergrund natürlich besonders schwer."

Der Kontakt zum Krankenhaus soll niederschwellig sein und läuft deshalb zunächst telefonisch ab. Die Sportexperten des Alexius sind unter Tel. 02131 5292 8010 zu erreichen. Im ersten Schritt geht es darum, die Probleme abzuklopfen und das weitere Vorgehen zu besprechen. Wann, wie und ob dann behandelt wird, ist fallabhängig.

Quelle: NGZ
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