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Neuss
Hilfsprojekt für Kinder ist filmreif

Neuss: Hilfsprojekt für Kinder ist filmreif
Kinder sollen bestmöglich gefördert werden, um ihnen eine gute Entwicklung zu ermöglichen. Das Projekt "Aufgeweckt" wird nun in einem Imagefilm des Rhein-Kreises vorgestellt.
Neuss. Das Hilfs- und Präventionsangebot "Aufgeweckt" setzt sich in Weckhoven für die Gesundheitsförderung von Kindern ein. Andere Kommunen haben Interesse an dem Projekt. Auch deshalb gibt's jetzt einen Imagefilm über "Aufgeweckt". Von Andreas Buchbauer

Das Projekt "Aufgeweckt - gesundes Aufwachsen im Quartier", das der Rhein-Kreis in Weckhoven anbietet, dient als Vorbild für andere Kommunen. Das erklärte Kreisgesundheitsdezernent Karsten Mankowsky, der zugleich Sprecher im "Gesunde Städte Netzwerk" ist, im Gespräch mit unserer Redaktion. Dem Gesunde-Städte-Netzwerk gehören Kommunen aus ganz Deutschland an. Zudem gibt es eine Zusammenarbeit auf europäischer Ebene. "Um ,Aufgeweckt' anschaulicher vorstellen zu können, haben wir einen Imagefilm fertiggestellt", sagt Mankowsky. Der achtminütige Film, der auch auf der Internetseite des Kreises zu sehen ist, zeigt das Präventions- und Hilfsangebot in allen Facetten.

Mit "Aufgeweckt" begleitet der Kinder- und Jugendärztliche Dienst des Rhein-Kreises Neuss junge Familien in Weckhoven von der Schwangerschaft bis zur Einschulung der Kinder. Finanziell unterstützt wird das zunächst auf drei Jahre angelegte Projekt, das zum 31. Dezember 2016 ausläuft, von acht Krankenkassen sowie der Unfallkasse NRW. Eine Verlängerung ist jedoch bereits geplant. "Ich bin guter Dinge, dass wir ,Aufgeweckt' auch 2017 weiter anbieten können", sagt Mankowsky.

Das Projekt zielt auf eine möglichst optimale Gesundheitsförderung von Kindern zwischen 0 und sechs Jahren - und darauf, ihnen möglichst gleiche Lebenschancen zu bieten. Weckhoven wurde laut Kreisgesundheitsamt auch deshalb als erster Ort für "Aufgeweckt" gewählt, da dort zahlreiche Familien leben, deren Alltag durch finanzielle Schwierigkeiten und Arbeitslosigkeit belastet ist. Leidtragende seien oft die Kinder - und das spiegele sich bereits in der Entwicklung im Vorschulalter wider. 60 Prozent der Vierjährigen aus Weckhoven hätten einen "erhöhten Unterstützungsbedarf", da bei ihnen Störungen in mindestens zwei untersuchten Bereichen festgestellt wurden. Dabei handelt es sich zum Beispiel um Verhaltensauffälligkeiten, neuromotorische Störungen und Sprachförderbedarf. Dem soll präventiv entgegengewirkt werden.

Im vergangenen Jahr wurden daher 16 Elternkurse zu den Themen Erste Hilfe, Prävention in der Schwangerschaft, Erziehung und Ernährung durchgeführt. Doch das Projekt richtet sich nicht nur an Eltern, sondern in Form von Fortbildungen auch an Erzieher. 164 Erzieher haben dies 2015 wahrgenommen. Insbesondere die Kindertagesstätten und Familienzentren spielen bei der Durchführung von "Aufgeweckt" eine zentrale Rolle.

Gut möglich, dass das Projekt jedoch nicht nur in anderen Kommunen Schule macht, sondern auch im Rhein-Kreis ausgeweitet wird. Kreisgesundheitsdezernent Karsten Mankowsky bestätigt entsprechende Überlegungen. Dabei spiele auch die Umsetzung des neuen Präventionsgesetzes eine Rolle, durch das zuständige Mittel für solche Angebote frei werden könnten.

Quelle: NGZ
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