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Neuss
Hörgeschädigter Auszubildender überzeugt Firma

Neuss. Vor der Ausbildung von Steffen Roeloffs gab es eine sehr spezielle Prüfung: Aber nicht für ihn, sondern für sein Implantat. Der 21-Jährige ist der erste Auszubildende mit Hörbehinderung im Technologie-Konzern 3M. Im Rahmen seiner Ausbildung wird er zum Teil in explosionsgeschützten Zonen arbeiten, in denen technische Geräte, wie sein spezielles Implantat, verboten sind. Beispielsweise im Fertigungswerk Hilden gibt es diese explosionsgeschützten Zonen, in denen technische Geräte nicht zugelassen sind. Nach einer ausreichenden Prüfung wurde aber festgestellt, dass Roeloffs Implantat nicht davon betroffen ist, so dass er alle Voraussetzungen für das duale Studium "Bachelor of Engineering - Elektrotechnik" in Verbindung mit der Ausbildung zum Elektroniker erfüllt.

Steffen Roeloffs wurde bei seiner Geburt für taub erklärt. Ein Fortschritt der Wissenschaft machte es möglich, dass er seit acht Jahren ein "Cochlea-Implantat" (CI) trägt, das ihm hilft, die Menschen in seiner Umgebung zu hören und zu verstehen. Davor war er auf Lippenlesen angewiesen. "Da musste ich oftmals sogar zwei Mal nachfragen und habe die Leute immer noch nicht verstanden. Das war gar nicht so einfach", sagt der 21-Jährige. Während seiner Ausbildung hatte er aber noch keine Probleme. "Er geht sehr offen mit seiner Behinderung um.

Entscheidend bei seinem Bewerbungsgespräch war seine Ausstrahlung", berichtet Ausbildungskoordinatorin Diana Kloempken. Anstatt sich hinter der Behinderung zu verstecken, sieht der Azubi seine Motivation für das duale Studium darin, dass "das Alltagsleben auch nicht leichter ist."

(tra)
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