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Neuss
Hohe Auszeichnung für den Musiker Schepping

Neuss. Der Musikprofessor und Gründer des Neusser Kammerorchesters wurde gestern mit dem Verdienstkreuz am Bande ausgezeichnet. Von Helga Bittner

Wilhelm Schepping befindet sich jetzt in einer Riege mit Franz Beckenbauer, Maria Furtwängler und Johannes B. Kerner. Denn er trägt nun wie diese das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland, kurz gesagt: das Bundesverdienstkreuz. Auch wenn die prominenten Namen bei der gestrigen Verleihung durch Landrat Hans-Jürgen Petrauschke kein Thema waren - sie zeigen, was auch der Kreischef betonte: Es ist eine eher seltene Auszeichnung, die im Rhein-Kreis verliehen wird. Schepping wird es vermutlich eher gefallen, dass auch Sänger wie René Kollo, Literaturwissenschaftler wie Joseph Anton Kruse, Musiker wie der Pianist Lang Lang oder der Organist, Kirchenmusikdirektor und Hochschullehrer Hubert Beck mit dem Verdienstkreuz am Bande ausgezeichnet wurden, denn sie sind dem Metier des Neussers deutlich näher.

Scheppings Beruf - er ist emeritierter Hochschulprofesser, hat Musikwissenschaft, Germanistik, Philosophie, Pädagogik und Psychologie studiert und auch gelehrt - ist auch seine Berufung. Im Leben des 84-Jährigen dreht sich alles um Musik, um die Erziehung zur selbigen und um die heimatliche Sprache. Etliche Publikationen hat er herausgegeben - mehr als 200, wusste Petrauschke. Schepping hat das Neusser Kammerorchester (NKO) gegründet und geleitet, dann den Förderverein für das Orchester mit aus der Taufe gehoben. Um mal nur zwei von vielen ehrenamtlichen Aktivitäten zu nennen, die den Neusser auf die Vorschlagsliste für den Verdienstorden brachten.

Er selbst war davon am meisten überrascht, sagt er. Das letzte Mal habe er vor 20 Jahren Ähnliches empfunden, als ihm in einer Generalprobe, von ihm völlig unvermutet, von seiner Frau Annette aber geschickt eingefädelt, der Päpstliche Gregoriusorden übergeben wurde, erzählte er in seiner Dankesrede. Die er indes mit einem Geständnis begann. Fast wäre er zu der Ehrung im Kreishaus nämlich zu spät gekommen. Denn wieder einmal, so gab er schmunzelnd zu, hatte er seine Brille vergessen: "Wer mich kennt, weiß um meine beiden Schwächen: Ich suche immer Schlüssel und Brille."

Schepping, dessen Lebensleistung ihm zweifellos ein gesundes Selbstbewusstsein gibt, zeigte sich gerührt und dankbar. Vor allem seiner Familie gegenüber, der vor einigen Monaten verstorbenen Ehefrau Annette und den fünf Töchtern. "Wir haben diesen Verdienstorden zu siebt bekommen und ihn auch wirklich verdient", sagt er.

Seine Tochter Ruth Silja gestaltete als Sängerin mit Münsterkantor und dem jetzigen NKO-Leiter Joachim Neugart den passenden musikalischen Rahmen für eine Veranstaltung, zu der trotz der witterungsbedingten Verkehrsverhältnisse viele Weggefährten von Professor Wilhelm Schepping gekommen waren.

Quelle: NGZ
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