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Neuss
Hohe Gebühren für kleine Sparer

Neuss. Beim Einzahlen bei der Sparkasse fielen fast fünf Prozent Gebühren an. Von Farina Gremmer

Täglich wirft die vierjährige Emilia-Marie Centstücke in ihre Spardose. Stolze 240,92 Euro kamen so über einen längeren Zeitraum zusammen. Die Freude war aber schnell dahin, als ihre Mutter den Inhalt der Dose in einen Münzautomaten der Sparkasse einzahlte. Denn sie musste dem Mädchen anschließend berichten, dass beim Einzahlen auf das Konto Gebühren von 11,41 Euro fällig angefallen sind - 4,7 Prozent des Gesparten. "Das hat mich wütend gemacht", sagt Andreas Tiaden, der Großvater der Vierjährigen. "Für ein kleines Mädchen ist das viel Geld."

Stephan Meiser, Sprecher der Sparkasse Neuss, kann die Aufregung nicht verstehen. Schließlich weise das Kreditinstitut per Aushang an den Münzautomaten auf die Gebühren hin. "Unsere Kunden müssen erst ab 500 Münzen eine Gebühr bezahlen", sagt er. Ab der 501. Münze, werde ein halber Cent pro Geldstück berechnet.

Hintergrund: Münzgeld ist bei den Banken eher unbeliebt. Die Herstellkosten für die Ein- und Zwei-Cent-Münzen sind höher als ihr Wert. Ihr Transport ist recht teuer. "Gerade für kleinere Händler entsteht so ein hoher Kostenfaktor, der für die meisten schwer zu tragen ist", sagt Meiser. Aus diesen Gründen werde auch schon seit langem über die Abschaffung der kleinen Bronzemünzen nachgedacht.

Um die Kosten für die Sparkasse gering zu halten, dürften auch nur eigene Kunden den Münzzählautomaten benutzen. Dennoch kämen auch viele, die keine Sparkassenkunden seien, in die Filialen mit Münzautomaten und fragten, ob sie ihr Münzgeld zählen lassen können, berichtet Meiser. Denn die Sparkasse sei eins der wenigen Kreditinstitute, das Münzgeld überhaupt noch annehme.

"Ich habe Verständnis, dass die Kosten getragen werden müssen", sagt Andreas Tiaden. Dennoch findet er, dass die Sparkasse bei Kindern, die oft nur Münzgeld besäßen, eine Ausnahme machen sollte. Die gibt es laut Stephan Meiser bereits: am Weltspartag, der jedes Jahr in der letzten Oktoberwoche stattfindet. "Dann können auch 1000 Münzen eingezahlt werden, das ist egal", sagt Meiser. "Gebühren gibt es an diesem Tag nicht."

Quelle: NGZ
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