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Serie Meine Ausbildung (7)
Hotelfachleute machen den Gast zum König

Serie Meine Ausbildung (7): Hotelfachleute machen den Gast zum König
Arbeitskleidung Tracht: Die Glehnerin Lisa Hendy träumt davon, sich nach ihrer Ausbildung zur Hotelfachfrau in Neuss irgendwann einmal mit einer Herberge selbstständig zu machen. FOTO: Andreas Woitschützke
Neuss. Zwischen Küche und Rezeption: Ausbildungen in der Hotelbranche erfordern von den Absolventen auch Stressresistenz. Deshalb muss man diesen Beruf wirklich lieben, wenn man ihn lernen will - findet Auszubildende Lisa Hendy. Von Christian Kandzorra

der Betrieb An 365 Tagen im Jahr checken Gäste ein, andere verlassen das Hotel wieder. Doch nicht nur Übernachtungen zählen zu den Leistungen, die moderne Hotels anbieten. Hotels sind oft auch Tagungsstätten mit Restaurantbetrieb und anderen Serviceleistungen - so wie das Hotel "Fire and Ice" der Neusser Skihalle.

Die 24-jährige Lisa Hendy aus Glehn ist eine von neun angehenden Hotelfachleuten, die dort zurzeit eine Ausbildung absolvieren. Sie durchläuft derzeit das zweite Lehrjahr - und hat in den vergangenen Monaten schon viele Erfahrungen gesammelt. "Hier ist Flexibilität, Pünktlichkeit und Freundlichkeit gefragt", sagt die angehende Hotelfachfrau.

Bewerbung Wer eine Ausbildung im Hotelfach anstrebt, sollte bereits vorher Erfahrungen im Servicebereich gesammelt haben. "Das wichtigste ist die Fähigkeit, mit Kunden agieren zu können", sagt Dorothea Pfützner vom Personalmanagement des Skihallen-Hotels. Großen Wert wird aber auch auf Grundkenntnisse in Deutsch und Mathe gelegt. "Außerdem sollte man in Englisch gut sein. Schließlich empfängt fast jedes Hotel regelmäßig auch Gäste aus anderen Nationen", sagt Lisa Hendy, die den Beruf Hotelfachfrau als ihren Traumberuf bezeichnet.

Fakt ist: Die Ausbildung ist anstrengend und herausfordernd. "Bewerber müssen gewissermaßen stressresistent sein. Und sehr flexibel. Auch Pünktlichkeit ist ein großes Thema", erzählt Hendy, die je nach Abteilung auch im Schichtdienst arbeitet. Nur wenn sich alle aufeinander verlassen könnten, funktioniere der Schichtbetrieb im Hotel. Absolute Grundvoraussetzung für den Berufsstart ist ein Schulabschluss.

Ausbildung Schon in den ersten Tagen ihrer Ausbildung lernen angehende Hotelfachleute: Der Gast ist König. "Im Hotel habe ich sehr oft auch direkten Kontakt mit Kunden. Etwa an der Rezeption, bei der Begrüßung von Tagungsgästen oder wenn jemand besondere Wünsche hat", erklärt Lisa Hendy. "Ich liebe es, mit Menschen zu arbeiten und auch auf sie zuzugehen. Kommunikation hat höchste Priorität."

Während ihrer dreijährigen Ausbildung durchläuft die Glehnerin insgesamt sieben unterschiedliche Abteilungen. Dazu zählen etwa das Bankett, also die Ausrichtung großer Tagungen und Feiern, der Service im Restaurant, das Lager, die Rezeption, die Küche, die Hotelverwaltung und das Housekeeping, sprich die Reinigung der Hotelzimmer. "Einer meiner Lieblingsbereiche ist die Rezeption. Mir macht es große Freude, Kunden bei ihren Buchungen zu beraten. Das Housekeeping zählt wiederum zu den Bereichen, die mir weniger gefallen", sagt die 24-Jährige, die jeweils für mehrere Monate in die einzelnen Abteilungen eingeteilt wird.

Die Arbeitszeiten werden je nach Tätigkeit angepasst. "Es ist definitiv ein Beruf, den man nicht einfach nur ausüben, sondern lieben muss", sagt Lisa Hendy. Die Ausbildung wird nach der tariflichen Erhöhung ab August dieses Jahres im ersten Jahr mit 671 Euro, im zweiten mit 769 und im dritten mit 866 Euro brutto vergütet.

Berufsschule Lisa Hendy wird einmal die Woche am Albrecht-Dürer-Berufskolleg in Düsseldorf-Bilk unterrichtet. Auf dem Stundenplan stehen viele berufsspezifische Fächer, darunter Kochen, Weinkunde, die "Gastorientierung" oder auch Marketing.

Zukunft Hotelfachleute sind stark gefragt - und zwar nicht nur in Hotels. Viele zieht es nach der Ausbildung ins Ausland. "Mein Ziel ist es, Hoteldirektorin zu werden und mich selbstständig zu machen", sagt Lisa Hendy.

Quelle: NGZ
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