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Neuss
Ibsen-Drama für das RLT stark gekürzt

Neuss. "Baumeister Solness" von Henrik Ibsen hat morgen Premiere im Rheinischen Landestheater.

"Tapferkeit" ist das Motto der aktuellen Spielzeit im RLT, und tapfer ist auch die 23 Jahre alte Hilde, die eines Tages vor dem Haus von Halvard Solness steht und von ihm verlangt, dass er hält, was er versprochen hat. Schließlich hatte er das junge Mädchen einst nur mit der Aussicht auf ein Traumhaus verführen können. Henrik Ibsens Drama "Baumeister Solness" spielt im 19. Jahrhundert, doch da wird es Regisseurin Esther Hattenbach für ihre Inszenierung am RLT nicht lassen.

"Wir bedienen nicht gerade die typische Ibsen-Erwartung", sagt sie, "sondern wollen es aus diesem Abbildungsrealismus herausholen." Kein Reden am Küchentisch also, sondern sichtbar machen, was in den Innenwelten der Figuren vorgeht, wie sie es beschreibt. Von der "großen Lust, wieder einen Ibsen zu machen", wie Chefdramaturg Reinaer Ortmann es sagt, spricht auch sie sich nicht frei. Aber gelockt hat sie auch nach "Macht der Gewohnheit" die erneute Zusammenarbeit mit Joachim Berger (als Solness),

In ihrer neuen Arbeit am RLT geht es Hattenbach vor allem darum, die Brüche der Ibsen-Figuren zu zeigen. Das, was in ihnen vorgeht: "Das finde ich so unglaublich spannend." Wobei die Regisseurin den Fokus auch leicht verschiebt hin zu Hilde, die von Anna-Lisa Grebe gespielt wird. "Sie bringt eine andere Farbe in diese Welt der Untoten", sagt auch Ortmann. Gespielt wird in einem leeren Raum, nur in der Mitte steht ein von Menschenhand gemachter Kubus (Anna Schurau, Malte Schurau). Johannes Bartmes hat die Musik geschrieben.

Mehr als 80 Prozent des Originaltextes bestehen aus Dialog - Hattenbach hat ihn um mehr als ein Drittel eingestrichen. Auf rund eindreiviertel Stunden Spielzeit komme ihre Inszenierung, die auch auf eine Pause verzichtet, sagt sie.

Info Oberstraße 95, morgen, 20 Uhr, Karten unter 02131 269933

(hbm)
 
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