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Neuss
Idee zur "Fairen Hanse" kommt aus Neuss

Neuss: Idee zur "Fairen Hanse" kommt aus Neuss
Auch das ist fairer Handel: Gisela Welbers von der Neusser Eine-Welt-Initiative reist im Advent 2012 von einer Adventfeier zur nächsten und macht Werbung für fair gehandelten Schmuck aus Nepal. FOTO: Lothar Berns
Neuss. Die Neusser Eine-Welt-Initiative (NEWI) hat seit 25 Jahren in Neuss und weit darüber hinaus viel für den fairen Handel bewegt. Heute wird das Jubiläum des Zusammenschlusses gefeiert. Von Dagmar Kann-Coomann

Fair gehandelte Produkte zu einem Preis, der dem Hersteller in fernen Ländern das Überleben sichert: Vor 25 Jahren war das allenfalls ein exotisches Randthema. Dass heute schon Neusser Kindergartenkinder lernen, warum es gut ist, beim Einkauf auf faire Produkte zu achten und dass fair gehandelte Lebensmittel buchstäblich in aller Munde sind, ist das Ergebnis von einem Vierteljahrhundert engagierter Arbeit - auch von Organisationen wie der NEWI (Neusser Eine-Welt-Initiative). Heute feiert die NEWI das Jubiläum im Neusser Zeughaus.

"Wir hatten in Neuss von Anfang an großes Glück, weil wir stets starke Unterstützung durch Vertreter der Politik und der Verwaltung hatten", sagt Manfred Holz, Gründungsmitglied und langjähriger Vorsitzender der NEWI. "Der NEWI-Stand beim Hansefest ist zu einem Who-is-who der Neusser Politik geworden. Hier treffen Menschen aufeinander, die sich ansonsten manchmal eher wenig zu sagen haben. Auch Schützenkönige und Karnevalsprinzen kommen zu unserem Stand und wollen wissen, was es Neues gibt", bilanziert Gisela Welbers, Promotorin der NEWI.

Integrative Netzwerkarbeit über Partei- und Konfessionsgrenzen hinweg, Kontakte zu Schützen- und Heimatvereinen, Kindergärten und Schulen, sind das Erfolgskonzept, mit dem die Aktiven der NEWI nicht nur in Neuss vieles bewegt haben, sondern auch bundesweit in der Eine-Welt-Szene zum Impulsgeber wurde. "Wir haben die NEWI 1990 drei Stunden vor der Wiedervereinigung gegründet als Koordinationsinstanz, weil Solidarität Strukturen braucht", sagt Manfred Holz, Fairtrade-Ehrenbotschafter. Heute ist Gisela Welbers, eine Überzeugungstäterin in Sachen fairer Handel, verantwortlich für die Koordination von Initiativen zwischen Dormagen bis nach Emmerich. Sie wirbt in Kindergärten und Schulen für die Idee der Nachhaltigkeit, überzeugt Multiplikatoren davon, dass weniger mehr ist und Fairness nicht nur über die Zukunft der Menschen in der armen Welt entscheidet, sondern auch über die Zukunftsfähigkeit Europas. "Es mag eine Kerze im Wind sein, aber ohne die Bestrebungen, das nachhaltige Denken in die Köpfe zu bringen, gäbe es wenig Hoffnung", sagt Manfred Holz, der die guten Kontakte aus seiner Zeit als Entwicklungshelfer in Venezuela für die NEWI und die Vernetzung bundesweiter Aktionen nutzte.

Nachdem Neuss schon 2001 als Hauptstadt des fairen Handels ausgezeichnet wurde, der Rhein Kreis 2009 als erster Kreis Deutschlands Fairtrade-Town wurde, gibt es mittlerweile allein in Neuss fünf Schulen, die sich dafür einsetzen, Fairtradeschool zu werden. Ein nächstes Ziel der NEWI ist es, die Idee fairen Handels auch in der Hanse mit Leben zu füllen: "Fairer Handel und Freie Hanse haben viel gemeinsam", erklärt Welbers. Nach einem Vorschlag der Neusser Hansejugend griff die Internationale Hanse die Idee auf und setzte mit dem "Viljandi-Beschluss" die Förderung fairen Handels durch: Bei Hansetagen wird es künftig stets Schwerpunkte zum fairen Handel geben.

Quelle: NGZ
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