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Neuss
IHK will altes Pierburg-Gelände für die Industrie erhalten

Neuss. Stadt hält an der Absicht fest, auf dem Werksgelände Wohnungen zu bauen. Beide Seiten führten ein erstes Annäherungsgespräch. Von Christoph Kleinau

Die Industrie- und Handelskammer will den alten Produktionsstandort der Firma Pierburg als Fläche für Gewerbe und Industrie erhalten, die Stadt dort vor allem Wohnraum schaffen. Der Grundsatzbeschluss des Rates dazu ist zwar schon zwei Jahre alt, doch kam es erst jetzt zu einem Austausch zwischen beiden Seiten, in den auch Vertreter umliegender Unternehmen eingebunden waren. Droht eine ähnliche Entwicklung wie an dem Münsterschul-Areal, gegen dessen Bebauung mit Wohnhäusern Firmen aus dem Hafen gerichtlich vorgehen?

"Wir sagen was wir wollen - und warum", stellt Planungsdezernent Christoph Hölters fest. Und die Stadt will, dass an der Grenze zu Düsseldorf ein gemischt genutztes Quartier mit Wohnungen aber auch nicht-störendem Gewerbe (etwa Büros und Hotels) und Einzelhandel entsteht. "Der Wohnungsbedarf hat uns dazu motiviert, so zu planen", sagt Hölters mit Blick auf 6750 Wohnungen, die Neuss bis zum Jahr 2030 zusätzlich benötigt. Er stellt aber auch klar: "Das erste Ziel war eine industrielle Folgenutzung." Aber dafür habe sich kein Interessent gefunden.

Aus Sicht der Politik ist das Vorhaben schon weit gediehen. Der Grundsatzbeschluss fußt auf dem Ergebnis eines städtebaulichen Wettbewerbs, der öffentlich gemacht wurde. Im Mai 2014 wurde der Beschluss zur Aufstellung eines Bebauungsplanes für die Fläche gefasst, die durch den Umzug von Pierburg auf die Hafenmole I frei wurde. Im Oktober wurde ein Bauvorbescheid für 40 Prozent der Fläche an den Investor vergeben, im Frühjahr nun folgt die so genannte frühzeitige Bürgerbeteiligung. Bevor damit das förmliche Verfahren startet, war es der IHK wichtig, ihre Bedenken zu formulieren. "Nach dem noch gültigen Regionalplan ist die von der Stadt geplante Nutzung nicht zulässig", sagt Steinmetz, der das fünf Hektar große Areal für produzierendes Gewerbe erhalten will. Sollte das nicht gelingen, müsste die Stadt an anderer Stelle Flächen zur Ansiedlung von Unternehmen neu ausweisen. Auf jeden Fall aber dürften bestehende Firmen durch Wohnen in der Nachbarschaft nicht in ihrer Arbeit beeinträchtigt werden. "Das wäre auch nicht im Interesse der Stadt", sagt Hölters.

Quelle: NGZ
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