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Serie Unsere Seelsorger
Immer ganz nah bei den Menschen

Neuss. Seit November 2011 ist Maike Neumann als evangelische Pfarrerin für Holzbüttgen und West zuständig. Von Elisabeth Keldenich

Kaarst Der wesentliche Teil ihrer Seelsorge ist für Maike Neumann der zwischenmenschliche Kontakt. "Ich habe zwei Beine und gehe zu den Menschen, spreche sie an und besuche sie", sagt sie. Seit dem 1. November 2011 ist sie als Pfarrerin der evangelischen Lukaskirche für den Bezirk Holzbüttgen und den Kaarster Westen zuständig. In Kaarst fühle sie sich wohl, sagt sie.

Geboren wird Maike Neumann 1977 in Bonn. Sie wächst im nahen St. Augustin auf. Im Elternhaus lernt Neumann den protestantischen Glauben kennen. "Meine Eltern waren in der Gemeinde sozialisiert und hatten dort einen guten lokalen Bezug", erinnert sie sich. Durch die ehrenamtliche Arbeit mit Kindern und Jugendlichen reift in ihr der Wunsch, Pfarrerin zu werden. Ihr Weg führt sie ohne Umwege zum Studium nach Wuppertal, Heidelberg und ins schottische Edingburgh. Während des Studiums nutzt sie die Möglichkeit, drei Monate in Bolivien in einem Sozialprojekt mitzuarbeiten. "Das war ein katholisches Projekt", sagt sie schmunzelnd. Auf ihr Examen folgt das Vikariat in Düsseldorf an der Matthäikirche. Parallel arbeitet sie als Assistentin an der Kirchlichen Hochschule in Wuppertal und promoviert.

In Kaarst ist Maike Neumann längst angekommen. Sie hält guten Kontakt zu den Gemeindemitgliedern, besucht sie zu runden Geburtstagen, bei Ankunft eines Neugeborenen und bietet Lebensbegleitung an. "Vor Taufen, Trauungen und Beerdigungen führe ich immer im Vorfeld persönliche Gespräche", sagt sie. Um möglichst viele Menschen ihres Seelsorgebereichs (3400 Mitglieder) zu erreichen, liegen ihr besonders gestaltete Gottesdienste am Herzen. Für Familien bereitet sie im Team mit ihren Kollegen Anette Begemann und Martin Pilz Gottesdienste für Groß und Klein vor. Außerdem macht sie Literatur und Kunst zum Thema, indem sie Ausstellungen mit einer Predigtreihe verbindet. Im vergangenen Jahr führte ihre Idee von einer "Taufe im Jordan", das heißt im Kaarster See, zu einem überraschenden Erfolg. 600 Menschen kamen zum Gottesdienst, bei dem Neumann gemeinsam mit einer Kollegin 35 Menschen, die meisten Kinder, taufte. "Dazu gehörten auch zwei Samstage unter dem Motto: So war es bei Jesus", erzählt sie. Bei der Taufe habe eine "tolle Gottesdienstatmosphäre" geherrscht, so Neumann. Die Befürchtung, dass das Ganze zum bloßen Event verkommt, habe sich nicht erfüllt.

Im März besuchte Neumann die Partnergemeinde in Namibia. In ihrer Freizeit singt Neumann in einer klassischen Kantorei in Wuppertal, ist zu Fuß oder per Fahrrad in der Natur unterwegs und liest gerne Krimis. Außerdem begleitet sie ihre sechs Patenkinder durchs Leben. Dafür zweige sie immer bewusst Zeit ab, so Neumann.

Quelle: NGZ
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