| 00.00 Uhr

Interview Stefan Ohletz
"In Wolfsburg gibt es keine Frittenbuden"

Neuss. Der gebürtige Rheinländer im Gespräch über seine Aufgaben als neuer Kommunikationsleiter der Marke Volkswagen und den Abgas-Skandal.

Neuss Stefan Ohletz, der viele Jahre in Neuss als Journalist arbeitete, hat die Leitung der Kommunikation der Marke Volkswagen übernommen. Welche Ziele der 54-Jährige verfolgt und was er am Rheinland vermisst, sagt er im Gespräch mit unserer Redaktion.

Herr Ohletz, seit 1998 sind Sie für VW tätig, zuletzt als Chef vom Dienst der Konzernkommunikation, seit dem 1. Dezember als Leiter der Kommunikation der Marke VW. Weshalb der Wechsel?

Stefan Ohletz Mit Ausnahme der Marke VW, deren Pressearbeit bisher vom Volkswagen-Konzern mitbetreut wurde, hatten alle anderen Konzernmarken wie Audi oder Bugatti eigene Pressestellen. Da wir das Ziel verfolgen, die Marken eigenständiger werden zu lassen, ergab sich die Möglichkeit, auch für die Marke VW einen eigenen Kommunikationsbereich aufzubauen. Zum jetzigen Presse-Team der Marke VW, das sich unter anderem auch um Sportförderung, Veranstaltungen und Werksführungen kümmert, gehören knapp 150 Mitarbeiter.

Welche Ziele verfolgen Sie in ihrer neuen Position?

Ohletz Unsere vorrangige Aufgabe ist, zusammen mit den Mitarbeitern, der Marke VW ein stärkeres Profil zu geben und sie zu formen. Dabei müssen wir uns die Fragen stellen: Wie wollen wir uns als Marke künftig präsentieren? Wie soll zum Beispiel eine Presseveranstaltung der Marke VW aussehen? Insgesamt wollen wir wieder bodenständiger und nahbarer sein, um nicht zu sagen: "rheinländisch".

Wie schwierig ist es, in der Zeit des Abgas-Skandals eine solch verantwortungsvolle Aufgabe zu übernehmen und wie lange wird Sie das Krisenthema noch beschäftigen?

Ohletz Der öffentliche Erwartungsdruck ist natürlich enorm, aber um ein solches Thema intern aufzuklären, braucht es nun mal Zeit. Da in diesem Jahr die Fahrzeuge in Europa nach und nach in Ordnung gebracht werden, denke ich, dass wir das komplette Jahr 2016 auch in der Kommunikation noch damit zu tun haben werden.

Sie stammen aus dem Rheinland. Was vermissen Sie an der Region?

Ohletz Den Humor und die Zugänglichkeit der Menschen. Und die vielen Traditionen von St. Martin bis Karneval. Vor allem aber musste ich gleich zu Beginn meiner Zeit in Niedersachsen feststellen: Dort gibt es keine Frittenbuden. Immer, wenn ich in Neuss bin, hole ich mir deshalb ein halbes Hähnchen mit Pommes in Reuschenberg. Das gehört einfach dazu. Aber auch Wolfsburg hat als Stadt einiges zu bieten und ist viel besser als ihr Image. Hier lebe ich gern. S. BERGMANN FÜHRTE DAS GESPRÄCH.

Quelle: NGZ
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Interview Stefan Ohletz: "In Wolfsburg gibt es keine Frittenbuden"


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.