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Neuss
Indischer Mythos neu erzählt

Neuss. Im RLT hat am Sonntag das Jugendstück "Ramayana" Premiere.

Mit der Inszenierung von "Sofies Welt" hat Regisseurin Sylvia Sobottka ein bei Publikum und Kritik vielbeachtetes Debüt am RLT hingelegt. Aber nicht nur deswegen kommt sie jetzt gerne wieder nach Neuss, um "Ramayana. Ein Heldenversuch" von Karen Köhler - erneut im Studio - einzurichten. Ihr gefällt es, mit dem Ensemble des RLT zu arbeiten, vor allem aber mag sie das Stück.

Es basiert auf dem indischen Mythos des tapferen Prinzen Rama, der die Königstochter Sita gewonnen hat, nachdem es ihm gelang, den Bogen des Gottes Shiva zu spannen. Als sein Vater stirbt, zieht er sich 14 Jahre lang in einen Wald zurück, begleitet von Sita, die jedoch von einem Dämonenfürsten entführt wird. Rama kann sie befreien.

Sehr viel kürzer als das mehr als 50.000 Verse umfassende Epos ist die Geschichte, die Köhler für junge Zuschauer geschrieben hat. Es geht um Heldentum, "um Fragen wie ,Was ist ein Held? Was macht ihn aus?'", sagt die Regisseurin und ergänzt: "Wir könnten auch Star Wars oder Spiderman spielen." Zumindest die Kostüme der fünf Schauspieler Josia Krug, Anna Lisa Grebe, Richard Lingscheidt, Johanna Freyja Iacono-Sembritzki und Pablo Guaneme Pinilla sind nicht weit davon entfernt: "Wie Actionfiguren sehen sie aus." Sie begründet das damit, dass sie "alles Exotische, jede Folklore" in ihrer Inszenierung vermeiden wollte. Die Schauspieler sind Spielfiguren, für die Ausstatter Manuel Gerst schuhkartonähnliche Gebilde geschaffen hat.

Der Link zur Wirklichkeit funktioniert über den Trick, die alte Geschichte aus einer Gruppe von erzählenden Jugendlichen entstehen zu lassen. "Die Schauspieler treten immer wieder aus ihren Rollen heraus", sagt Sobottka, "diese Kommentarebene schafft Nähe und Distanz zugleich."

Info Oberstraße 95, Sonntag, 28. Februar, 18 Uhr (Premiere), 02131 269933

(hbm)
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