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Neuss
Industriebrachen werden wiederbelebt

Neuss: Industriebrachen werden wiederbelebt
Jochem Hechler hat eine Verzinkerei zum Gewerbepark verwandelt. FOTO: lber
Neuss. Die WIB Hechler GmbH aus Neuss hat sich auf das Recycling von Gewerbe-Immobilien wie einer Verzinkerei auf der Furth spezialisiert. Von Christine Sommerfeld

Industrie-Brachen und stillgelegte Fabriken sind sein Spezialgebiet: Jochem Hechler (64) kennt sich mit Sanierungen, Umwelt-Gutachten und Altlasten-Sanierungen bestens aus. Der Bauingenieur hat sich mit seinem Unternehmen WIB Hechler GmbH mit Firmensitz in Neuss-Wehl auf die Immobilien-Aufbereitung spezialisiert.

Wo andere abreißen, setzt er auf Recycling: "In vielen alten Industrie-Arealen schlummert ein ungeheures Potenzial", sagt Hechler beim Rundgang durch sein derzeitiges Vorzeigeobjekt - ein Ende 2015 fertig gestellter Gewerbepark an der Neusser Stadtgrenze zu Düsseldorf mit 14 Einheiten, von denen elf bereits vermietet sind. "Die Verkehrsanbindung ist optimal", betont Hechler und hebt hervor, dass es sich beim Großteil der Mieter - vom Badsanierer über die Autoaufbereitung bis zum Großhändler für LED-Technik - um Neuzugänge für die Stadt handele.

Das rund 15.000 Quadratmeter große Areal an der Heerdterbuschstraße 10 wird wegen seiner günstigen Lage direkt am Neusser Hafen bereits seit Ende des 19. Jahrhunderts industriell genutzt - zunächst als Tanklager, von 1971 bis zur Betriebsschließung 2005 schließlich als Verzinkungswerk. Ab 2007 wurde die WIB Hechler GmbH aus Neuss mit der Immobilienaufbereitung und dem Verkauf beauftragt.

"Die Abbruchkosten hätten den Grundstückswert auf Null gesetzt", berichtet Hechler. Nach diversen Umwelt-Gutachten stand daher zunächst die Altlasten-Sanierung an. So mussten Asbest-Platten vom Hallendach und die Zink-Tauchbecken fachgerecht entsorgt werden sowie kontaminierter Boden an der ehemaligen Übergabe-Station für Benzin und Öl mit einer Asphaltdecke versiegelt werden. Dann stand die Entkernung der beiden, parallel angeordneten Hallen an. Dabei blieben nur der Betonboden sowie die Stahlbeton-Konstruktion der beiden Hallenschiffe erhalten. In Höhe der ehemaligen Kranbahnkonsole wurde eine obere Geschossebene eingezogen.

So entstanden Hallenflächen zwischen 300 und 500 Quadratmetern mit Büros und Sozialräumen von 100 bis 150 Quadratmetern, die sich für mittelständische Unternehmen oder Existenzgründer eignen. Auf den Dächern wurde eine Photovoltaik-Anlage montiert, die Fassade erhielt eine besondere Wärmedämmung. Jede Mieteinheit ist mit einer separaten Gasheizung ausgestattet. "Ein zukunftsweisendes Objekt", fasst der Besitzer der Immobilie, der Unternehmer Fahrettin Sönmez, zusammen. Auch optisch erinnert nichts mehr an die tristen Produktionshallen: Rotbraune Klinkerfassaden und blaue Säulen bestimmen das Bild.

Jochem Hechler hat auch Teile des Jagenberg-Areals an der Bonner Straße vermarktet. Weitere "Spezialaufträge" führten ihn nach Haan, Essen oder auch in die Schweiz. "Bereits beim ersten Rundgang weiß ich, ob sich die Wiederaufbereitung lohnt", sagt der Bauingenieur. Sein Job an der Heerdterbuschstraße ist mit der Fertigstellung des Gewerbeparks nicht beendet: Für den Besitzer übernimmt Hechler auch die Vermarktung und Vermietung der Einheiten.

Quelle: NGZ
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