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Unterwegs in...
Innenstadt - wo die Quartiere noch intakt sind

Unterwegs in...: Innenstadt - wo die Quartiere noch intakt sind
Die Quirinuskirche ist das Wahrzeichen der Stadt Neuss; auf dem Markt mit seinen vielen Cafés herrscht pulsierendes Leben. FOTO: Woitsch�tzke, Andreas
Neuss. Mehr als 11 000 Menschen leben im Herzen von Neuss. Wer genau hinschaut, der erlebt gute Nachbarschaften und (fast) dörfliche Strukturen. Von Ludger Baten

Keine Frage: 150 000 Einwohner machen Neuss zu einer Großstadt. Hochschulen, IHK, Amtsgericht, Sitz internationaler Konzerne, Landestheater – Neuss hat mehr zu bieten als ein so genanntes Mittelzentrum. "Die Stadt hat sich ihre Maßstäblichkeit und Überschaubarkeit bewahrt", sagt Paul Terner (37). Der promovierte Jurist muss es wissen. Gemeinsam mit seiner Frau Antonia ist er vor gut eineinhalb Jahren nach Neuss gezogen. Mit Blick auf den Hamtorplatz ist das junge Ehepaar jetzt zu Hause: "Nach sieben Jahren haben wir uns in Köln nicht so wohlgefühlt wie nach wenigen Monaten in Neuss."

Die Terners gehören zu den rund 11 500 Menschen, die auf nur 1,5 Quadratmetern zwischen Bahnhof und Stadthalle, zwischen Hafenbecken I und Stadtgarten wohnen. Und es sind mehr geworden. Vor zehn Jahren lebten rund 700 Neusser weniger in der Innenstadt, die als Wohnraum offenbar an Attraktivität gewinnt. Antonia und Paul Terner lieben den Markt mit seinen Cafés. "Dort zu sitzen ist ein Genuss", sagt er, "und schnell kommt ein Bekannter für ein kurzes Gespräch vorbei." Der Hamtorplatz bildet mit der Büttger Straße ein intaktes Viertel. Ein "Kiez" der Neusser Art von mehreren in der City. Walter Theisen ("Drusushof") ist für viele der Wirt ihres Vertrauens; "Hamtorkrug" und "Büttger 9" stillen auch zur späten Stunde noch Durst. Die Metzgerei Matzner ist eine Institution. Ein Friseur und ein Tattoo-Studio haben ihre Kundschaft, gegenüber werden Second-Hand-Mode und orthopädische Schuhe, Wein und Baguettes verkauft. Herzstück ist der Kiosk "Palim Palim"; Paketshop und Nachrichtenbörse in einem. In der Büttger Straße ist Neuss unglaublich überschaubar ...

Neuss hatte viele dieser kleinen Kraftzentren. Die Büttger Straße ist nur ein Beispiel. Wer sich auf Nachbarschaft einlässt, der verliert sich in der Großstadt nicht. Zum Schluss stellen sie sich alle unter den Schutz des Stadtpatrons St. Quirinus oder feiern beim identitätsstiftenden Schützenfest. "Ist Neuss nicht herrlich", freut sich Paul Terner,

 

Quelle: NGZ
 
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