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Neuss
Islamistin muss für zwei Wochen ins Jugendgefängnis

Neuss. Ein ungewöhnlicher Fall hat jetzt das Neusser Amtsgericht beschäftigt: Eine streng gläubige Islamistin musste sich wegen Beleidigung verantworten. Die junge Neusserin hatte zwei Polizisten bei einer Kontrolle als "Nazis" beschimpft. Jetzt muss sie für zwei Wochen ins Jugendgefängnis.

Weinend verließ die 19-Jährige daraufhin das Gericht. Die junge Frau war als Tochter einer Neusser Familie im Dreikönigenviertel aufgewachsen, wegen ihres Freundes und heutigen Ehemanns war sie später zu Islam konvertiert. Auch der junge Mann ist nach Aussagen seiner Frau in Neuss aufgewachsen. Als Jugendlicher will er jedoch nachts eine "Erleuchtung" erlebt haben, wonach er zum Islam konvertierte. Beobachter ordnen das Ehepaar rein optisch der radikalen Salafistenszene zu, nach eigener Aussage wollte die Angeklagte jedoch beispielsweise mit den Zielen des IS nichts zu tun haben. Vor Gericht erschien sie voll verschleiert, trotz 30 Grad im Schatten trug sie dunkle Handschuhe.

Als Richter Heiner Cöllen sie bat, zwecks Identifizierung den Schleier zu heben, kam es zum Streit mit dem ebenfalls anwesenden Ehemann. "Der will Dich provozieren", rief er aus dem Zuschauerraum seiner Frau zu, "lass Dir nichts gefallen." Cöllen reagierte und warf den jungen Mann in Begleitung von zwei Wachtmeistern aus dem Saal. Anschließend beruhigte sich die aufgeheizte Stimmung.

Die 19-Jährige gab zu Protokoll, sie habe sich am Tattag wegen einer Kontrolle über die Polizisten geärgert. Die Beamten hätten die verschleierte junge Frau durchsuchen wollen. "Darauf habe ich sie als Nazis beschimpft." Das wollten Staatsanwaltschaft und Gericht nicht durchgehen lassen. "Es gibt in Deutschland Regeln, und Polizisten sind dafür da, diese Regeln durchzusetzen", so Richter Heiner Cöllen, "wir als Justiz haben die Aufgabe, die Polizei zu schützen." Der Begriff "Nazis" sei eng verbunden mit Massenmördern aus dem Dritten Reich. "Sie haben die Polizisten als Menschen beschimpft, die über Leichen gehen."

500 Euro Geldstrafe beantragte der zuständige Staatsanwalt, da das Islamisten-Pärchen von "Hartz4" lebt, verhängte das Gericht letztlich zwei Wochen Dauerarrest.

(mape)
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