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Neuss
Jahrbuch mit Blick auf die Anfänge

Neuss. Neuss (-nau) "Novaesium", das Jahrbuch für Kunst, Kultur und Geschichte, könnte es doch noch auf den einen oder anderen Gabentisch schaffen, denn ab Donnerstag ist dieses in der Stadt einzigartige Periodikum im Handel. Wer, wie der Werbeslogan formuliert, "die schönsten Seiten der Stadt verschenkt", wählt etwas Besonderes aus.

Schließlich ist der vorliegende Band eine Jubiläumsausgabe - und vielleicht der letzte, der in jährlichem Turnus erscheint. Die Stadt muss sparen und das soll auch Dinge nicht ausnehmen, die, wie es im Vorwort heißt, "den Neussern ans Herz gewachsen sind". Obwohl Kulturdezernentin Dr. Christiane Zangs, aus deren Haus der Vorschlag stammt, Novaesium künftig nur noch alle zwei Jahre aufzulegen, diese Anregung anscheinend selbst nicht passt: "Wir müssen im Konjunktiv bleiben."

Ein Mangel an Beiträgen würde diesen Schritt nicht begründen. Im Gegenteil. "Der Stoff geht uns mit Sicherheit nicht aus", betont Dr. Gisela Götte, die Leiterin des Clemens-Sels-Museums. Ihr Haus verantwortet das Jahrbuch gemeinsam mit dem Stadtarchiv, dessen Leiter Dr. Jens Metzdorf als Leitlinie auch in finanziell ungewisser Zukunft formuliert: "Den erreichten Standard erhalten." Das sei man nicht zuletzt denen schuldig, die vor genau 50 Jahren den ersten Band vorlegten.

Das halbe Jahrhundert ist voll. Das gibt Anlass, Autoren der ersten Stunde noch einmal zu Wort kommen zu lassen. Irmgard Feldhaus etwa, die erste Schriftleiterin, die in einem Beitrag an den 50. Todestag des Stadtarchivars Franz Kreiner erinnert. Oder Joseph Lange, der einen Kaselstab aus dem 15. Jahrhundert im Historischen Gewebemuseum Lyon vorstellt: "Saint Quirin de Neuss". Für Metzdorf ein Paradebeispiel dafür, dass die Themen des Jahrbuchs an der alten Stadtmauer keine natürliche Grenze finden.

Aber es gibt auch andere Bezüge zu den Anfängen des Jahrbuchs der Stadt Neuss. Etwa wenn die Stadtarchäologin Sabine Sauer die Ergebnisse ihrer Grabungen am Omnibusbahnhof darstellt und dabei Bezug nimmt auf eine Veröffentlichung von Harald von Petrikovits im 1956er Band. Thema: Die Römer. An deren Zeit erinnert am Omnibusbahnhof der Grundriss eines Gasthofes, der im Novaesium erstmals bildlich rekonstruiert abgebildet ist.

Gisela Götte stellt mit Bruno Gollers Buchstabenbild aus dem Jahr 1987 eine Neuerwerbung des Clemens-Sels-Museums vor. Das hat Tradition. Tradition werden sollen die Porträts der Ehrenbürger - wenn es denn 2007 ein Jahrbuch gibt.

Quelle: NGZ
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