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Neuss
Jakubassa zieht sich aus Parteiarbeit zurück

Neuss: Jakubassa zieht sich aus Parteiarbeit zurück
Benno Jakubassa bildet mit Claudia Föhr und Michael Ziege den engeren Vorstand des SPD-Stadtverbandes. Jetzt kündigt Jakubassa den Rückzug an. FOTO: woi
Neuss. Nach 22 Jahren an der Spitze der SPD kandidiert der 64-Jährige für keine weitere Amtszeit mehr. Von Christoph Kleinau

Benno Jakubassa kann nicht mehr. Nach 22 Jahren an der Spitze des SPD-Stadtverbandes Neuss wird der demnächst 64-Jährige bei der Jahreshauptversammlung im kommenden Jahr nicht mehr für den Vorsitz kandidieren. Jakubassa nannte dafür ausschließlich persönliche Gründe, gebrauchte sogar den Begriff Schicksalsschläge. Von "Nicht-mehr-Wollen" war in seiner Erklärung keine Rede.

Manche im erweiterten Vorstand ahnten bereits, dass der dienstälteste Neusser SPD-Boss privatisieren könnte, für einige vor allem der jüngeren Vorstandsmitglieder aber kam Jakubassas Einlassung am Mittwochabend unerwartet. Er war aus ihrer Sicht einfach immer da.

In einer ersten kurzen Würdigung griff der Fraktionsvorsitzende Arno Jansen einige Punkte aus Jakubassas Amtszeit heraus, für die er den Begriff "Ära" nicht untertrieben findet. Als Vorsitzender erlebte Jakubassa Höhen und Tiefen mit. Er selbst nannte sich erfahren im Verarbeiten von Wahlniederlagen. Die wohl deutlichste hatten die Sozialdemokraten 1999 zu verdauen, als die Partei bei den Kommunalwahlen um zehn Prozentpunkte abstürzte. Dass er damals das politische Talent Reiner Breuer in den (geschrumpften) Kreis der Stadtverordneten durchboxen konnte, indem er andere von einem Mandatsverzicht zu Breuers Gunsten überzeugte, rechnet er sich selbst als großes Verdienst an - und die Partei ihm. Breuer verdankt Jakubassa auch die größten politischen Glücksmomente, denn der knöpfte der CDU 2012 erst das Landtagsmandat ab, bevor er 2015 die Bürgermeisterwahl für die SPD entschied. In der Sachpolitik bleibt der Kampf um die Einführung der Gesamtschule in Neuss nach Jansens Darstellung ebenso mit dem Namen Jakubassa verbunden wie die Bürgerentscheide zur Straßenbahn oder zum Hotel am Rosengarten.

Als parteiintern größte Leistung Jakubassas gilt die Einführung der Mitgliederversammlungen auf Ebene des Stadtverbandes, die das alte Delegiertensystem ersetzte und die Parteibasis ganz anders mit einbezog. Diese Basis wird beim kommenden politischen Aschermittwoch auch über den oder die neue Vorsitzende(n) befinden. Gekungelt werde nicht, kündigt Jakubassa an. Wer sich für das Amts an der Spitze interessiert, soll sich offen bewerben können. Jakubassa ist sicher, dass es im Februar zu einem Generationenwechsel kommt. "Wir haben genug junge Talente. Ich glaube, dass es da Interessierte gibt."

Quelle: NGZ
 
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